Lange Zeit war es Usus, den Dachfirst beziehungsweise die Dachpfannen in Zementmörtel einzubetten. Das klingt zwar sehr langlebig und haltbar, ist aber tatsächlich anfällig für undichte Stellen. Zudem ist es abträglich für die Belüftung des Dachs und kann von Hausherren ohne umfassende handwerkliche Erfahrung kaum selbst bewerkstelligt werden. Anders der Trockenfirst, dessen Aufbau vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen ist.

Aufbau

Im Gegensatz zu der traditionellen Form, bei der die Dachpfannen in ein Mörtelbett gesetzt werden, besteht der Trockenfirst aus:
  • Dachlatten-Konstruktion
  • Dichtband
  • Firstklammern
  • Dachpfannen
Diese Bestandteile werden so
montiert, dass der First diffusionsoffen ist und somit eine gute Belüftung ermöglicht, Wasserdampf durchlässt und das Raumklima positiv beeinflusst. Das hat gleich mehrere Vorzüge.

Vorteile

Die Vorteile des trocken montierten Dachfirstes fallen am ehesten auf, wenn er mit Dachfirst im Mörtelbett verglichen wird.

Das Mörtelbett wirkt besonders beständig, belastbar und widerstandsfähig. Tatsächlich kann dieser aber abhängig von der Aufbringung und der Qualität des Mörtels vergleichsweise schnell brüchig und porös werden. Dachpfannen können sich dann lösen und das Dach wird undicht. Hinzu kommt noch, dass der Mörtel eine Barriere für Wasserdampf beziehungsweise Luftfeuchtigkeit darstellt. Feuchte Luft aus dem Inneren des Dachs kann dadurch nicht entweichen. Das Raumklima leidet.
Dachschindeln
Dadurch wird unter anderem die Ausbreitung von Schimmel und Stockflecken begünstigt und die Bausubstanz kann angegriffen werden. Zudem ist es Bauherren kaum möglich, den Dachfirst in Eigenarbeit zu montieren. Das Hantieren mit dem Mörtel allein ist auf dem Dach gefährlich und anstrengend. Es erfordert einiges an Erfahrung und handwerklichem Geschick.

Das gilt nicht nur bei der anfänglichen Montage, sondern auch bei Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten, wenn das Dach undicht wird.
Im Gegensatz dazu hat der trocken montierte Dachfirst die folgenden Vorteile:
  • einfaches Anbringen ohne Mörtel, das Hantieren auf dem Dach wird damit sicherer und leichter - sodass auch handwerklich erfahrene Laien die Firstpfannen montieren können
  • das Montieren ist simpel und besteht lediglich aus drei Schritten
  • es muss keine Zeit für die Trocknung eingeplant werden
  • Reparaturen lassen sich verhältnismäßig einfach durchführen
  • das Dach wird gut belüftet ist aber dennoch dicht
  • die Anschaffungskosten sind verhältnismäßig gering

Montage - Schritt für Schritt

Soll ein trockener Dachfirst montiert werden, sind dafür im Prinzip nur wenige Arbeitsschritte von Nöten. Das Vorgehen
gestaltet sich wie folgt:

1. Zur Vorbereitung gehört, dass ausreichend Platz an der Dachspitze vorhanden ist. Es muss so viel Raum eingeplant werden, dass trotz verwendeter Dachziegel eine Dachlattenkonstruktion angebracht werden kann, an der Dichtband, Gewebeband und Firstklammern und Firstpfannen darauf Platz finden. In der Regel reicht hierfür eine Firstlattung zwischen 10 und 20 Zentimetern.

2. Für das Montieren des Firstes sollte ein Tag eingeplant werden. Regen muss sicher ausgeschlossen werden, um die Klebkraft des Dichtbandes nicht zu reduzieren.

3. Von dem Dichtband mit einem Streifen Gewebeband in der Mitte werden die Sicherheitsfolien auf den Klebeflächen abgezogen. Die Klebeflächen werden mittig auf den First gelegt und gründlich beidseitig an den Dachpfannen angedrückt. Luftblasen, Falten und das Überkleben von Schmutz oder Fremdkörpern ist dringend zu vermeiden. Diese könnten die Klebekraft des Bandes verringern. Das Aufbringen des Bandes wird jeweils nur für bis zu zwei Meter im Voraus vorgenommen.

4. Am Anfang des Bandes wird die erste Firstklammer auf die Firstlattung aufgeschraubt.

5. Die erste Firstpfanne wird aufgelegt.

6. Die Schritte 5 und 6 werden bis zum Ende des aufgeklebten Dichtbandes wiederholt. Dabei wird das Schuppenverfahren angewendet, sodass sich die Firstpfannen überlappen und für die Dichtheit des Dachs gegen Regen und andere Niederschläge sorgen.

7. Das Dichtband wird um weitere zwei Meter aufgeklebt und die Klammern und Pfannen aufgesetzt. Dieses Verfahren wird bis zum Ende des Daches wiederholt.

TrockenfirstZu beachten ist zusätzlich, dass die erste und die letzte Pfanne Spezialpfannen sein müssen. Die die Spitzen des Firstes gegen eindringendes Wasser schützen und einen verlässlichen Abschluss bilden.

Tipps für das Verlegen

Das Montieren des Trockenfirstes ist in der Theorie simpel. In der Praxis ist es aber dennoch eine Herausforderung. Schon allein die Höhe, in der die Arbeiten durchgeführt werden müssen, stellt ein Risiko dar. Wir haben daher einige praktische Tipps zusammengestellt, die das Montieren sicherer und einfacherer gestalten können:

Besser zu zweit
Sowohl das Fixieren als auch das Zureichen der einzelnen Materialien gestaltet sich deutlich einfacher, wenn wenigstens ein Helfer zur Verfügung steht. Das trägt auch zur Sicherheit bei.

Wetterbericht beachten
Der gewählte Tag sollte nicht nur trocken sein, sondern auch möglichst windstill. Sowohl die Sicherheit als auch der Aufwand beim Anbringen von Dichtband und Pfannen hängt davon entscheidend ab. Eingetragener Schmutz, vom Wind verwehte Utensilien und Werkzeuge erhöhen den Arbeitsaufwand und behindern das Montieren.

Planen bereithalten
Trotz umfassender Vorbereitung kann das Wetter dazwischenfunken. Auch wenn es nur ein leichter Schauer ist, kann dieser die Arbeit erschweren und zudem die Klebekraft des Dichtbands verringern. Das ist wiederum für die Haltbarkeit abträglich. Daher sollten wasserdichte bereitgehalten werden, sodass bereits beim ersten überraschenden Tropfen die Konstruktion samt Lattung entsprechend geschützt werden kann. Auf diese Weise kann direkt nach dem Regen mit einer trockenen Oberfläche weitergearbeitet werden. Die Arbeiten verzögern sich nicht unnötig.

Sicherheit an erster Stelle
Die Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen. Leitern und Gerüste müssen gesichert und fixiert werden. Sicherungsgurte sollten bei den Arbeiten in der Höhe verwendet werden.

Preise

Wie erwähnt, ist der Trockenfirst vergleichsweise günstig. Die Gesamtkosten setzen sich aus den folgenden Faktoren zusammen:
  • Dichtungsband beziehungsweise Rollfirst ca. 10 Euro pro Meter
  • Firsteine ab 6 Euro
  • Endsteine je ab 25 Euro
  • Firstklammern ab 1 Euro pro Stück
An Firststeinen und damit auch Firstklammern werden etwa zwei bis drei Stück pro Meter benötigt. Die Preise für einen Meter Trockenfirst liegen also bei etwa:
  • Dichtungsband 10 Euro + drei Firststeine 18 Euro + drei Firstklammern 3 Euro = 31 Euro
Hinzu kommen die Endsteine sowie die Kosten für die
Lattung.