Drempel, Trempel oder Kniestock - viele Menschen kommen mit diesen Begriffen erst in Kontakt, wenn sie selbst ein Haus bauen möchten. Dabei sollte auch beim Mieten und Kaufen darauf geachtet werden - welche Dach-Form vorhanden ist. Denn diese entscheidet darüber, wie viel Wohnraum im Dachgeschoss vorhanden ist, kann sich auf die Heizkosten und den vorhandenen Lagerraum auswirken.

Drempel

Der Drempel wird gelegentlich auch als Trempel bezeichnet. Er beschreibt eine Form des Dachbodens, bei der die Dachschräge bereits am Boden des Dachgeschosses beginnt.
Die Raumhöhe ist hierdurch im Dachgeschoss geringer, der
Wohnraum fällt kleiner aus. Um eine optisch ebenmäßigere Abgrenzung der Räume zu erhalten, können Trockenbauwände eingesetzt werden. Werden Türen in diese Wände eingebaut, kann die offene Fläche dahinter noch immer als Stauraum genutzt werden. Das kann in den folgenden Fällen von Bedeutung sein:

Bei der Berechnung von Wohnraum
Ein Haus mit Trempel weist im Dachgeschoss deutlich weniger Wohnfläche auf, als im Erdgeschoss oder folgenden Stockwerken. Das sollte bei der Berechnung - sowohl beim Kauf als auch bei Mietobjekten - dringend beachtet werden.

Bei der Planung eines ausgebauten Dachbodens
Soll auch der Dachboden als Wohnraum genutzt werden, spielt die Differenz zwischen Trempeln und Kniestöcken eine entscheidende Rolle. Bei dem Trempel geht aufgrund des spitzen Winkels zwischen Dach und Fußboden viel Raum "verloren" oder ist nur bedingt als Stauraum nutzbar. Gerade bei Dachwohnungen ist das ein ausschlaggebender Punkt.

Bei der Kalkulierung von Stauraum
Das Einsetzen von Trockenbauwänden kann den Wohnraum klarer abgrenzen und optisch ansprechender wirken. Zudem bietet sie ein Extramaß an Isolierung. Leider geht in der Regel auch Stauraum durch das Einsetzen verloren. Dieses Problem lässt sich umgehen, wenn in die Trockenbauwände Türen eingesetzt werden. Auf diese Weise stellen sie nicht nur eine optische Bereicherung dar und bilden ein Luftpolster zur Isolierung. Sie bieten auch die Möglichkeit, den Raum zwischen Decke und Wand zum Verstauen und zur Lagerung zu nutzen.

Drempel

Kniestock

Der Unterschied zum Trempel besteht darin, dass die Dachschräge bei einem Kniestock auf der erhöhten Außenwand aufliegt. Dadurch kommen folgende Eigenschaften und Vorteile
zustande:

Wohnraum
Da das Dach nicht direkt am Fußboden beginnt, sondern zumindest auf Kniehöhe, ist die als Wohnraum nutzbare Fläche deutlich größer. Das kann bei der Vermietung von Vorteil sein - ist aber in jedem Fall bei der Berechnung des Mietpreises entscheidend.

Kopfhöhe
Durch den erhöhten Dachansatz fällt auch die Kopfhöhe größer aus. Das kommt einerseits der Wohnraumgröße zugute und andererseits dem Komfort und Stauraum.

Kubikmeterzahl
Selbst wenn die Dachschräge auf Kniehöhe aufgesetzt ist, ist die Kubikmeteranzahl größer als bei einem Trempel. Das kann den Mietpreis erhöhen. Zudem kommt es aber auch dem Stauraum zugute. Selbst wenn die Wände mit Trockenbauwänden versehen werden, fallen der Wohn- und Stauraum größer aus.

Kniestock

Entscheidung

Sofern die Entscheidung zwischen den beiden Formen offen ist, sollte auf die individuellen Vorteile der Arten und auf die persönlichen Ansprüche geachtet werden. Die folgenden Punkte können dabei helfen:

Abstellkammer
Sofern das Dachgeschoss lediglich als Abstellkammer genutzt werden soll, muss im Prinzip keine Entscheidung getroffen werden. Sowohl das Trempeldach als auch das Kniestockdach können problemlos als Abstellkammer genutzt werden. Das Kniestockdach bietet aufgrund der größeren Höhere jedoch mehr Platz nach oben und bequemere Stellmöglichkeiten.

Wohnraum
Der Wohnraum ist beim kniehohen Dachansatz größer aber natürlich ebenso wie die Kopfhöhe abhängig von dem Winkel der Dachschräge. Je stumpfer der Winkel, desto eher gleicht der Wohnraum der Fläche der unteren Geschosse.

Ausbau
Beim Ausbau als Wohnraum sind generell Kniestockdächer vorzuziehen, da auch beim Einsatz von Trockenbauwänden oder anderen Verkleidungen ein größerer Wohnraum und eine größere Wohnraumhöhe erhalten bleibt.

Heizung
Höhere und größere Räume benötigen längere Zeit und mehr Energie, um erwärmt zu werden. Das bedeutet auch größere Summen, die auf Brennstoffe verwendet werden müssen. Wird das Dachgeschoss ohnehin nur als Abstellraum verwendet, spielt das natürlich eine untergeordnete Rolle.

Wohnraumhöhe und Preise

Die Höhe von Wohnräumen liegt bei Neubauten zwischen 2,3 und 2,4 Metern. Dachboden und Keller, die nicht als Wohnraum genutzt werden sowie Abstellkammern müssen mindestens 2,2 Meter hoch sein. Bei niedrigeren Räumen wird in der Regel nicht die gesamte Fläche als Wohnraum angerechnet.
Hierbei gibt es allerdings eine Ausnahme: Wird ein Mietvertrag abgeschlossen und ist die niedrigere Deckenhöhe erwähnt, kann keine nachträgliche Mietminderung erfolgen.
Wer das Dachgeschoss mieten oder vermieten möchte, sollte sich daher im Vorfeld über die folgenden Punkte informieren:
  • Welche Mindesthöhe ist im jeweiligen Bundesland für Wohnraum vorgegeben?
Hier gibt es lediglich geringe Abweichungen zwischen den Bundesländern, es sollte aber bei Berechnungen genauestens darauf geachtet werden.
  • Wie verhält es sich mit anteiligen Berechnungen?
In manchen Fällen gelten geringere Raumhöhen zwar nicht als Wohnraum, werden aber als Stauraum und Stellfläche angerechnet.

Besonderheiten
In Altbauten, bei zuvor vertraglich angegebenen geringeren Raumhöhen und in Sonderfällen können auch niedrigere Bereiche als Wohnraum angerechnet werden. Es empfiehlt sich hierbei, Auskunft beim Mieterschutzbund
einzuholen.