Unterspannbahnen sind unerlässlich, wenn es die Verhinderung von Staub, Ruß, Regenwasser und Schnee geht, die nicht in die Dachdämmung und die Dachkonstruktion eindringen sollen. Wer das Dach seines Neubaus selbst deckt, kann Unterspannfolien leicht selbst anbringen. Vor allem bei Altbauten fehlt oftmals die Dämmung oder sie ist aufgrund fehlender Unterspannbahnen feucht. Ein nachträgliches Anbringen ist hier sinnvoll. Der Heimwerker-Ratgeber erklärt, wie eine Unterspannbahn richtig zu verlegen und nachträglich anzubringen ist.

Vorgehensweise bei neuer Dachkonstruktion

Hierbei gibt es vieles zu beachten.

Verlegebereich ausmessen

Bei der Unterspannfolie erfolgt die Verlegung in paralleler Ausrichtung zur Dachtraufe und wird bis zu dem Traufblech angebracht. Bei der Traufe handelt es sich um eine sogenannte Tropfkante, die sich in der Regel am
untersten Dachbereich befindet. Durch diese kommt es zu einem Abfluss des Regenwassers, welches auf das Dach niederschlägt. Meist besteht eine direkte Verbindung zur Dachrinne.
Liegt eine belüftete Dachkonstruktion vor, sollten die Unterspannbahnen circa sieben Zentimeter unterhalb des First-Scheitelpunkts enden. Handelt es sich um eine unbelüftete Dachkonstruktion, werden die Unterspannbahnen über den First hinweg gespannt. Auf diese Weise wird mehr Sicherheit gegenüber Witterungseinflüsse gewährleistet.
Ist der Verlegebereich ausgemessen, wird die Unterspannfolie zurechtgeschnitten

Richtige Seite der Unterspannfolie wählen

Die Seiten von Unterspannfolien besitzen meist unterschiedliche Beschichtungen, Funktionsweisen und/oder Eigenschaften. Aus diesem Grund ist es vor dem Verlegen wichtig, dass die richtige Seite zum Rauminneren und nach Außen zeigt. In der Regel wird dies von den Herstellern gekennzeichnet. Sollte keine Herstellerkennzeichnung vorhanden sein und kein Fachmann in der Nähe sein, ist es ratsam, vorsichtshalber im Fachhandel nachzufragen. Wird die falsche Seite nach oben oder unten gelegt, erfüllt die Unterspannbahnen nicht ihre Aufgabe und der Arbeits- und Kostenaufwand wären umsonst.

Abstand zum Dämmmaterial

UnterspannbahnBei dem Abringen der Unterspannbahnen ist darauf zu achten, dass ein Mindestabstand von drei Zentimeter zum geplanten Dämmmaterial aufweist. Im Gegensatz zu Unterdeckbahnen, dürfen sie nicht aufliegen, da sich ansonsten Kondenswasser bilden kann. Eine Ausnahme ist gegeben, wenn es sich um eine sogenannte diffussionsoffene Folie handelt, die damit Atmungsaktivität gewährleistet. Dennoch kann auch hier ein gewisser Abstand nicht schaden.

Ob es sich um ein belüftetes oder unbelüftetes Dachkonstrukt handelt, mit einer Konterlattung werden ausreichende Abstände zum Dämmstoff, aber auch zu den Unterdeckbahnen sowie zum Dachbelag erreicht. Die Luft kann zirkulieren.

Arbeitsschritte

  • Unterspannbahnen auf der Dachkonstruktion über dem Dämmungsbereich anbringen
  • Mit unterhalb liegender Konterlattung verschrauben
  • Alle Unterspannbahnen müssen die die anschließende mit circa zehn bis 15 Zentimeter überlappen
  • Überlappungen mit einem Dichtkleber verkleben - alternativ geht auch ein robustes Klebeband
  • An beiden Giebelseiten die Bahnen mindestens fünf Zentimeter hinausragen lassen, damit sie durch die Giebelbegrenzung verdeckt werden können (nur bei unbelüfteter Dachkonstruktion - siehe auch unter "Abstand zum Dämmmaterial")
  • Bahn für Bahn vorarbeiten
TIPP: Ist die erste Unterspannbahn verlegt, ist es ratsam sofort Dachlatten zu montieren, denn dies erleichtert das Aufsteigen und bietet zudem mehr Halt sowie Sicherheit. So sollte mit jeder darauffolgenden Bahn verfahren werden.

Unterspannbahnen an Fenstern verlegen

  • Genaue Position des Fensters festlegen
  • Die Lattung im Fensterbereich herausschneiden
  • Unterspannbahnen spannen
  • Im oberen Bereich mindestens 40 Zentimeter die Folie den geplanten Fensterrahmens überschreiten lassen
  • Einschneiden im Bereich des geplanten Fensters mit einem Cuttermesser
  • Aufsetzen von Lattenteilen, um eine Konterlattung entstehen zu lassen
  • Entstandene Bahnstreifen über die Lattenteilen schlagen und befestigen (zum Beispiel mit einem Tacker)
  • Im oberen Fensterbereich aus der überschüssigen Folie eine Arte Rinne bilden (soll Wasser in den daneben befindlichen Sparrenbereich abführen)
  • Die Fugen der Ecken werden verklebt, damit sie dicht sind

Unterspannbahnen an Kehlausbildungen verlegen

  • Stützende Latten-Konstruktion für das Aufliegen der Kehlschalungen montieren
  • Kehlschalung auflegen
  • Folie in einen 40 bis 60 Zentimeter breiten Streifen und ausreichender Länge zurechtschneiden
  • Es muss eine Überlappung mit den anderen Unterspannbahnen erfolgen
  • Unterspannbahn auflegen, spannen und überlappenden Bereich verkleben
TIPP: Achten Sie auf die Herstellerangaben in puncto Überlappung. Bei manchen Produkten werden andere Überlappungsbreiten empfohlen, die
bis zu 20 Zentimeter reichen können.

Unterspannbahnen am Schornstein oder an Gauben anbringen

  • Folie großzügig zurechtschneiden
  • Es muss ein verhältnismäßig großer Überlappungsbereich mit den daneben liegenden Bahnen entstehen
  • Folie an der Lattung fixieren
  • Überlappungen dicht verkleben

Nachträglich verlegen oder austauschen

Dach Unterspannbahn UnterlattungNichts ist unmöglich.

Austausch

Die moderne Bauweise beinhaltet in der Regel Unterspannbahnen, wobei hier meist diffussionsoffene Folien verwendet werden, die atmungsaktive Eigenschaften besitzt. Sie werden in der Regel direkt unter die Dachlatten über die Dachsparren verlegt. Der einzige, aber auch aufwendigste Weg diese auszutauschen, ist über die Abnahme der Dachziegel. Nur von hieraus kann die Konterlattung entfernt werden, um die alte Folie abzunehmen und gegen eine neue auszutauschen.

Nachträgliche Verlegung

Anders als beim Folien-Austausch verhält es sich bei einer nachträglichen Verlegung von Unterspannbahnen, wenn noch keine vorhanden sind. Meist kommt die Schutzfolie dann in Betracht, wenn eine Dämmung vorgenommen werden will. In diesem Fall können Sie die Unterspannfolie zwischen die Sparren einsetzen. Das bedeutet, sie wirkt nicht schützend für die Dachkonstruktion, sondern kommt hauptsächlich zum Einsatz, um das Dämmmaterial für eindringende Witterung zu schützen.

Während bei Neukonstruktionen die Konterlattung außen liegt, so zeigt diese bei der nachträglichen Verlegung nach innen.
Die weiteren Details zur Anbringung der Unterspannfolie wie Überlappungen sowie Verklebungen und im oberen Textabschnitt bereits beschrieben, müssen auch bei der nachträglichen Unterspannbahn-Verlegung berücksichtigt werden.
Befestigungsmaterialien

Auf Holz

Am optimalsten zum Befestigen von Unterspannbahnen sind Klammern, die mit schnell sowie unkompliziert ohne Kraftaufwand mit Hilfe eines Tackers in die Lattung eingeschossen werden können. Alternativ bietet sich die Verwendung von Tackernadeln an. Dort, wo die Folie durch Klammern oder Nadeln ein Loch aufweist, wird dieses im Anschluss mit einem sogenannten Nageldichtband verschlossen. Dieses ist für wenig Geld in gut sortierten Baumärkten erhältlich.
Bei der Verlegung in Kehlausbildungen und Vorsprüngen, wie sie bei Gauben vorkommen, ist auf eine besonders hohe Festigkeit zu achten, damit eine maximale Dichtigkeit erreicht werden kann. Hier empfiehlt sich gegebenenfalls zusätzlich eine Klemmleiste anzubringen

Folienzusammenhalt

Ein wichtiger Aspekt ist das Überlappen der einzelnen Bahnen, da der Wind in die Zwischenräume drücken und somit im schlimmsten Fall Klebeflächen lösen kann.

Grundsätzlich gilt: je größer die Überlappung, desto geringer ein Durchdringen des Winds. Hier stellt sich prinzipiell die Frage, wie die Überlappungen verklebt werden sollten? Hierzu bietet der Fachhandel spezielle Folienkleber an. Sie lassen sich ohne Luftblasen gut verteilen und sorgen im Idealfall für einen hohen Dichtegrad.

Klebestreifen sind ebenfalls erhältlich. Hier ist auf eine ausreichende Breite des Klebebands zu achten, die mindestens fünf Zentimeter betragen sollte. An besonders windgefährdeten Stellen, wie zum Beispiel hervorstehende Gauben, ist eine größere Breite empfehlenswert.