Wand- und Deckenverkleidungen aus Styroporplatten waren mal ungemein angesagt. Heute kann man sie allerdings häufig nicht mehr sehen. Sie müssen entfernt werden. Bei den Platten selbst ist das auch kein allzu großes Problem. Deutlich schwieriger ist es hingegen, die Kleberreste von der Wand zu kriegen. Diese zu entfernen macht viel Arbeit und kostet sehr viel Zeit. Unsere Tipps helfen dabei.

Problem Kleber

StyroporkleberDamit Styroporplatten überhaupt sicher und langfristig an
einer Wand oder einer Decke haften können, muss ein sehr effektiver Kleber verwendet werden. Die im Handel erhältlichen Produkte eignen sich dafür in der Regel perfekt. Sie kleben allerdings auch derart stark, dass nach dem Entfernen von Styroporplatten noch jede Menge Reste an der Wand verbleiben. Leider gibt es bislang kein Wundermittel, mit dem sich diese Reste leicht ablösen lassen könnten. Ohne direkte manuelle Einwirkung und Werkzeuge bekommt man den Kleber kaum ab. Natürlich drängt sich da die Frage auf, ob man ihn überhaupt entfernen muss. Die Antwort darauf lautet leider: "Ja". Belässt man ihn nämlich an der Wand oder der Decke sieht das nicht nur sehr unschön aus, sondern kann auch zu Problemen beim Streichen oder Neu-Bekleben führen.

Spachtel

Die Spachtel ist zweifellos der Klassiker unter den Werkzeugen, mit denen sich Kleberreste entfernen lassen. Sie ermöglicht es vor allem sehr präzise zu arbeiten und eventuelle Beschädigungen am Putz auf ein Minimum zu reduzieren. Ideal dafür sind sogenannte Stielspachteln bzw. Maler- und Stahlspachteln. So geht man beim Entfernen von Styroporkleberresten mit einer Spachtel vor:
  • Das Stahlblatt stets in einem möglichst spitzen Winkel zur Wand oder zur Decke ansetzen
  • Ziel ist es jeweils, mit dem Blatt möglichst effektiv unter die Kleberreste zu gelangen
  • Dann mit stoßenden Bewegungen die Kleberreste Stück für Stück abschaben
  • Die Kante bzw. Schneide der Kante immer wieder von daran haftenden Resten befreien
SpachtelDas Abtragen des Styroporklebers mit einer Spachtel ist mühevoll und kostet verhältnismäßig viel Kraft. Auf diesem
Weg lassen sich allerdings sowohl kleine als auch größere Reste relativ gut entfernen, ohne dass dabei der Untergrund allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Allerdings lässt es sich nicht vermeiden, dass dennoch Stücke aus dem Putz heraus brechen. Grundsätzlich gilt, dass unabhängig von der Methode, mit der man Kleberreste entfernt, anschließend eine saubere Nachbearbeitung des Untergrunds notwendig wird. Meistens müssen kleinere Löcher im Putz zu gespachtelt werden.

Tipp: Bevor man beginnt, die Kleberreste mit der Spachtel abzutragen, empfiehlt es sich, die gesamte Fläche gut mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel einzusprühen und sie etwas einwirken zu lassen oder einen Wasserdampf-Tapetenablöser zu verwenden. Dadurch löst sich der Kleber zwar nicht von alleine, er lässt sich aber etwas leichter entfernen.

Handschleifer und Fräse

Natürlich kann man zum Entfernen von Styroporkleberresten auch elektrische Geräte verwenden. Hier bieten sich vor allem Handschleifer und Fräse an, die man sich eventuell auch im Fachhandel ausleihen kann. Auch wenn die Muskelkraft bei diesen Werkzeugen Unterstützung durch einen Motor erfährt, ist dennoch auch hier ein relativ großer Kraftaufwand nötig - vor allem dann, wenn man über Kopf eine Decke bearbeiten muss. Sowohl die Schleifmaschine als auch die Fräse tragen die Reste sehr gleichmäßig ab. Allerdings ist bei einer Fräse die Wahrscheinlichkeit, dass der Putz großflächig beschädigt wird, auch sehr groß. In der Regel muss nach dem Einsatz der Maschinen neu verputzt werden.
Hinweis: Beim Entfernen von Kleberresten mittels Schleifer oder Fräser sollte unbedingt Schutzkleidung und vor allem eine Schutzbrille getragen werden.

Nagelwalze

DrahtbürsteMit der Nagelwalze alleine lassen sich die Reste eines Styroporklebers zwar nicht entfernen, sie kann aber überaus hilfreich dabei sein, wenn es um besonders große Flächen geht. Fährt man nämlich intensiv mit der Walze über die Kleberfläche, bricht diese meist auf und liefert so Ansatzpunkte, um dann die Spachtel zum Einsatz zu bringen. Die Nagelwalze sollte dabei mit möglichst viel Druck und gleichmäßig über die gesamte Fläche geführt werden. Oftmals ist es auch notwendig, den Vorgang mehrfach zu wiederholen. Man ist am Ziel, wenn erste kleinere Stücke aus der Gesamtfläche herausbrechen.

Speziallöser

Auch wenn es kein allgemeines Wundermittel zum Entfernen von Styroporkleberresten gibt, können unter Umständen bei bestimmten Kleberarten spezielle Lösungsmittel hilfreich sein. Im Fachhandel sind derartige Mittel erhältlich. Allerdings sollte man wissen, welchen Kleber man verwendet hat. Weiß man das nicht mehr, hilft es meistens nur, auf gut Glück ein bestimmtes Mittel auszuprobieren. Dabei muss unbedingt die Gebrauchs- und vor allem die Dosierungsanleitung auf der Packung beachtet werden. Außerdem ist eine gute Durchlüftung nach dem Auftragen zwingend erforderlich.

Hammer und Meißel

hammer 8341Sind die Kleberanhaftungen derart stark und großflächig, dass man sie mit den bisher genannten Werkzeugen nicht abtragen kann, helfen meistens nur noch Hammer und Meißel. Damit wird dann der Kleber samt Putz abgeschlagen. Im Anschluss muss folglich neu verputzt und gestrichen
werden.