Plumbago stammt ursprünglich aus Südafrika und erreicht dort Wuchshöhen bis zu vier Meter. Ganz im Gegensatz zu seinem doch recht trist klingenden Namen handelt es sich bei Pflanze um einen auffälligen Zierstrauch mit überhängenden oder leicht kletternden Zweigen. Den ganzen Sommer über wird die Bleiwurz an sonnigen Standorten nicht müde, ihren himmelblauen oder weißen, phloxähnlichen Blütenflor zu präsentieren.

Steckbrief

  • botanischer Name: Plumbago auriculata (Synonym: Plumbago caspensis)
  • andere Namen: Bleiwurz, Plumbago, Kap-Bleiwurz
  • Pflanzenfamilie: Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae)
  • Wuchsform: dichter, aufrecht wachsender Strauch, leicht überhängend
  • Wuchshöhe: 1,5 bis 2 m
  • Blätter: lanzettförmig mit glattem Rand
  • Blüten: schirmartige Trauben mit himmelblauen oder weißen Blüten
  • Blütezeit: Mai/Juni bis September
  • mehrjährig
  • nicht winterhart

Verwendung

Die Kap-Bleiwurz ist leider in unseren Breitengraden nicht winterhart. Aus diesem Grund findet sie nahezu ausschließlich als Kübelpflanze für Balkone und Terrassen Verwendung. Der Strauch wächst kräftig und schnell, wobei sich die Zweige weit ausbreiten und ansatzweise klettern. Diese Eigenschaften schaffen ideale

Voraussetzungen für vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Die langen, biegsamen Triebe kann man gut an einem Klettergerüst entlang leiten oder über eine Balkonbrüstung überhängen lassen. Mit etwas Geduld lassen sich auch Hochstämme kultivieren. Wegen der enormen Wuchskraft ist dies aber mit sehr viel Arbeit verbunden.
  • mehrjährig in Kübelkultur mit frostfreier Überwinterung
  • einjährige Kultur in Beeten und Rabatten

Standort

Bleiwurz - Plumbago auriculataWie die südafrikanische Herkunft bereits vermuten lässt, möchte die Bleiwurz möglichst warm und sonnig stehen. In den tropischen und subtropischen Gebieten der Erde ist der Strauch daher als Zierpflanze weit verbreitet. Wegen der fehlenden Frosthärte wird Plumbago auriculata in kühleren Gebieten als Kübelpflanze kultiviert. Generell gilt die Regel: Je dunkler der Standort ausfällt, umso weniger Blüten sind zu erwarten.

  • Lichtbedarf: vollsonnig bis heller Halbschatten
  • Wurzelballen vorzugsweise schattig
  • windgeschützt
  • regengeschützt (Blüten faulen bei Nässe)

Substrat

An den Boden stellt die Plumbago keine besonderen Ansprüche. Nährstoffreich, durchlässig und gleichmäßig feucht sollte er sein. Allerdings sollten Sie beachten, dass Kübelpflanzen nur ein eng begrenzter Raum für die Wurzeln zur Verfügung steht. Verwenden Sie für die Kultivierung in Pflanzgefäßen daher ausschließlich hochwertige Kübelpflanzenerden, die das Wasser gut ableiten können. Gleichzeitig sollte das Substrat in der Lage sein, die Feuchtigkeit und Nährstoffe gut zu speichern und luftdurchlässig zu bleiben. Es lässt sich auch leicht ein geeignetes Substrat selbst herstellen aus:

  • Gartenerde oder Blumenerde
  • Kompost oder Humus (hoher Anteil)
  • grobkörnige Anteile: Lavagranulat, Blähton oder grober Sand

Pflanzpartner

Die verschwenderische blaue Blütenpracht der Kap-Bleiwurze ist wirkungsvoll mit einer rosafarbenen Bougainvillae oder einem Oleander kombinierbar. An Rankgerüsten gehört die Prunkwinde (Ipomoea purpurea) zu den passenden Begleitpflanzen, die für einen schönen Kontrast sorgen. In Balkonkästen hängt die Bleiwurz formschön zwischen Geranien (Pelargonium) über. Und ihre schlichten hellblauen Blüten machen auch neben Rosen eine gute Figur.

Pflanzen

Das Pflanzgefäß für Bleiwurze sollte großzügig ausfallen, denn nur mit ausreichendem Platz für die Wurzeln kann sich der Strauch optimal entwickeln. Große Pflanzkästen und Blumentöpfe haben zudem den Vorteil, dass sich ein haltgebendes Spalier integrieren lässt. Achten Sie auf Abzugslöcher im Boden, da sich Staunässe negativ auf die Gesundheit der Pflanze auswirkt. Eine Unterpflanzung sorgt für Beschattung im Wurzelbereich und reduziert damit den Aufwand für die Pflege.

  • Material: Kunststoff, Ton oder Stein
  • Abzugslöcher mit Tonscherben abdecken
  • Drainageschicht: mindestens 5 cm Blähton oder Hydrokulturgranulat
  • Einpflanztiefe: wie zuvor
  • Erde einfüllen und leicht andrücken
  • kräftig angießen

Übrigens: Wussten Sie, dass es in Holz- oder Terrakottatöpfen seltener zu Überhitzung im Wurzelbereich von Kübelpflanzen kommt als in Kunststoffgefäßen?

Umtopfen

Wann eine Pflanze umgetopft werden sollte, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Generell haben jüngere Bleiwurze ein sehr starkes Wurzelwachstum und benötigen daher häufiger einen größeren Topf als ältere, gut eingewachsene Sträucher. Wachsen bereits die Wurzeln durch das Abzugsloch, sollte die Pflanze nach dem Überwintern umgetopft werden. In den meisten Fällen reicht es aus, den Wurzelballen im Frühjahr aus dem Topf zu ziehen und genauer zu betrachten. Befindet sich an

der Außen- und Unterseite bereits ein dichtes, helles Wurzelgeflecht, ist es Zeit für einen größeren Topf.
  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • nach Beendigung der Ruhezeit (März bis Anfang Mai)
  • junge Pflanzen: jährlich
  • ältere Pflanzen: spätestens alle drei Jahre
  • so viel altes Substrat wie möglich entfernen
  • eventuell größeren Topf verwenden
  • frisches Substrat einfüllen und fest andrücken

Tipp: Ist eine Pflanze überdüngt oder leidet wegen Staunässe unter fauligen Wurzeln, muss sie sofort in neue Erde. Dabei spielt die Jahreszeit keine Rolle.

Gießen

Bleiwurz - Plumbago auriculataNahezu alle Kübelpflanzen benötigen im Sommer recht viel Wasser. Da bilden Kap-Bleiwurze keine Ausnahme. Benutzen Sie zum Gießen vorzugsweise Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Der Wurzelballen sollte immer leicht feucht, aber niemals staunass sein. An heißen Tagen empfiehlt sich das Wässern in den frühen Morgenstunden. Lassen Sie dabei gleich etwas Gießwasser im Untersetzer stehen, das über den Tag als Vorrat dient. Sollten die Blätter bereits mittags schlaff herabhängen, warten Sie nicht bis zum Abend, bevor Sie erneut wässern. Besonders viel Wasser benötigen die Pflanzen unter folgenden Bedingungen:

  • in der Hauptwachstumszeit (Mai bis September)
  • an windigen oder vollsonnigen Standorten
  • bei großer Hitze
  • im Holz- oder Tontopf
  • in relativ kleinen Pflanzgefäßen
  • bei Substraten mit hohem Lehm- oder Sandanteil

Im Winter wird die gleichmäßige Bodenfeuchte beibehalten, ohne jedoch Staunässe zu produzieren. Mit sinkender Blattmasse reduziert sich natürlich auch der Wasserbedarf. Gießen Sie deshalb in einem kühlen Quartier nur schlückchenweise.

Düngen

Egal, ob im Beet, im Kübel oder im Pflanzkasten: Wässern und Düngen gehört während der gesamten Wachstumsperiode zur regelmäßigen Pflegemaßnahme des Zierstrauches. Zwischen April und August düngt man die Pflanze wöchentlich mit einem universellen Kübelpflanzen- oder Flüssigkonzentrat über das Gießwasser. Alternativ ist es möglich, Langzeitdünger einzusetzen. Dieser muss im Juni aufgefrischt werden. Ab Mitte August stellen Sie die Düngung dann komplett ein, denn das weiche Pflanzengewebe muss vor der Überwinterung noch leicht verholzen.

Schneiden

Um ihren unbändigen Wuchs im Zaum zu halten und eine dauerhafte Blütenfülle zu garantieren ist die Gartenschere das wichtigste Utensil bei der Pflege der südafrikanischen Schönheit. So verlockend es auch sein mag, den Busch einfach sich selbst zu überlassen, innerhalb von nur wenigen Jahren neigt er zum Wuchern, gerät aus der Form und blüht nur noch sehr spärlich. Glücklicherweise ist eine Plumbago sehr schnittverträglich, sodass sich das Wuchern leicht unter Kontrolle halten lässt. Zudem ist ein regelmäßiger Rückschnitt perfekt, um die Bildung neuer Blüten zu fördern. Bleiwurze treiben ihre Blüten ausschließlich am einjährigen Holz. Je mehr neue Triebe sprießen, umso üppiger fällt demnach die blaue Blütenfülle aus. Vorzugsweise schneiden Sie in folgenden Schritten:

Herbstschnitt

  • Zeitpunkt: vor dem Einstellen ins Winterquartier
  • verblühte Triebe zurückschneiden
  • insgesamt etwa auf die Hälfte einkürzen

Frühjahrsschnitt

  • Zeitpunkt: Februar bis März
  • starker Rückschnitt bis auf 25 cm je Trieb
  • alle abgestorbenen oder kranken Triebe herausnehmen
  • nach innen wachsende Zweige kappen

Pflege- und Erhaltungsschnitt

Während der Wachstumsperiode können jederzeit zu lange oder sparrige Triebe eingekürzt werden. Überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit ebenfalls, ob Zweige erkrankt oder abgestorben sind. Da die verwelkten Blüten nicht abfallen, sollten Sie diese über den Sommer ebenfalls gelegentlich herausschneiden.

Tipp: Um die Verzweigung anzuregen, hat es sich bewährt, nach etwa einem Monat noch einmal die Spitzen der neuen Triebe abzuschneiden.

Giftig

Die Bleiwurz gilt als leicht giftig. Der Verzehr von Pflanzenteilen ist daher zu vermeiden. Über die Inhaltsstoffe und Wirkungsweise der giftigen Bestandteile ist allerdings nur wenig bekannt. Im täglichen Umgang bei der Pflege sind keine Gefahren für die Gesundheit zu erwarten.

Überwintern

Bleiwurz - Plumbago auriculataDie sonst so robuste Kübelpflanze ist leider nicht winterhart, deshalb benötigt sie ein geeignetes Quartier für die kalte Jahreszeit. Zwar verträgt der wärmeliebende Blühstrauch einen leichten Hauch von Frost, das Überwintern im Freiland übersteht die Pflanze jedoch meist nicht. Um kein Risiko einzugehen, stellen Sie die Bleiwurz vor den ersten Nachtfrösten, spätestens bei Temperaturen unter -5 Grad in einen kühlen Raum. Abhängig vom Wärme- und Lichtangebot wirft die Pflanze einen Großteil

ihrer Blätter ab. Entlaubte Pflanzen können auch dunkel stehen, was die Überwinterung und Pflege deutlich vereinfacht.
  • winterhart bis -5 Grad
  • Treppenhaus, Keller, Garage, kühler Wintergarten
  • Temperatur: 5 bis 10 Grad
  • nur mäßig gießen
  • Topfballen nicht komplett austrocknen lassen
  • regelmäßig auf Schädlingsbefall prüfen

Ab April beginnt die neue Wachstumsperiode für Kap-Bleiwurze. Stellen Sie die Pflanze wieder etwas wärmer auf und erhöhen Sie die Gießmengen mit dem Neuaustrieb. Sind ab Mitte Mai keine Fröste mehr zu erwarten, darf die Pflanze wieder ins Freiland.

Tipp: Beim Einräumen ins Winterquartier sollten die Pflanzen nicht zu nass sein, da sonst Fäulnis droht.

Vermehrung

Plumbago kann sowohl über Samen als auch mithilfe von Stecklingen vermehrt werden. Einen höheren Erfolg verspricht die Stecklingsvermehrung.

  • Zeitpunkt: Mai bis Juni
  • halb reife Triebe verwenden (nur ganz leicht verholzt)
  • Triebspitzen ohne Blüte
  • Länge: 15 cm
  • vorsichtig abreißen
  • untere Blätter entfernen
  • 2 bis 4 obere Blätter erhalten
  • Substrat: lockere, nährstoffarme Erde (Kakteenerde, Aussaaterde)

Stecken Sie den Trieb etwa fünf Zentimeter tief in das angefeuchtete Substrat und drücken die Erde leicht an. Gegen zu starke Verdunstung stülpen Sie eine Plastiktüte oder ein durchsichtiger Plastiktopf über. An einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung benötigt der Steckling etwa vier Wochen, um erste Wurzeln auszubilden. Eine erfolgreiche Bewurzelung ist daran zu erkennen, dass sich neue Knospen und Blätter bilden. Hat der Steckling eine Höhe von 30 cm erreicht, wird für eine bessere Verzweigung die Spitze gekappt.

Krankheiten

Kap-Bleiwurze gelten als wenig anfällig für Erkrankungen. Allerdings kann gelegentlich Grauschimmel auftreten. Grauschimmel entsteht vor allem auf nassen Blüten und Blättern in der warmen Jahreszeit. Vermeiden kann man ihn durch regelmäßiges Entfernen verblühter Pflanzenteile und einen regengeschützten Standort.

Schädlinge

Überprüfen Sie die Pflanze vor allem beim Überwintern regelmäßig auf saugende Insekten wie Blattläuse oder Spinnmilben. Ein leichter Befall kann mit Hausmitteln behandelt werden. Bewährt hat sich dazu ein Gemisch aus Wasser, Alkohol und ein paar Tropfen Spülmittel, mit dem Sie vor allem die Blattunterseiten einsprühen. Nach zwei Wochen muss diese Prozedur noch einmal wiederholt werden, um die Nachkommen der Schädlinge abzutöten.