Rosmarin-Anbau - Pflege und Überwintern

Rosmarin kennen die meisten - wie pflegt man das Kraut am besten?Damit der Rosmarin-Anbau im eigenen Garten klappt, sind aber einige Faktoren zu beachten. Rosmarin ist eine mediterrane Pflanze, die den eigenen Kräutergarten um ein aromatisches Gewächs bereichert. Er kann in der Küche Verwendung finden, frisch oder getrocknet verzehrt werden und hilft als Tee sogar gegen Kopfschmerzen. Dazu ist er einfach zu pflegen.

Viele gute Gründe, die für den Rosmarin-Anbau auf dem Balkon oder im Beet sprechen. Soll dieser erfolgreich sein, müssen Hobby-Gärtner jedoch

einige wichtige Punkte beachten. Denn auch diese dankbare Pflanze hat Ansprüche.

Standort

Rosmarin stammt aus den Regionen um das Mittelmeer und benötigt dadurch viel Wärme und Sonne. Optimal ist ein sehr sonniger und etwas geschützter Standort, an dem sich die Wärme durchaus stauen darf. Hauswände und Balkone gen Süden bieten die passende Lage. Einzig im Frühjahr sollte darauf geachtet werden, dass der Rosmarinus officinalis nicht allzu viel Morgensonne aushalten muss. Denn diese könnte die noch empfindlichen Blätter schädigen. Empfehlenswert ist eine allmähliche Gewöhnung.

Substrat

Für den Rosmarin-Anbau wird ein lockeres Substrat benötigt, das trocken und reich an Nährstoffen ist. Der Boden darf ruhig kalkhaltig sein, jedoch nicht zu Verdichtungen oder Staunässe neigen. Handelsübliche Pflanzenerde, die mit Kokosfasern, Sand, Kies oder Blähton versehen wird, ist ideal. Auch eine kleine Beigabe Kompost bekommt dem Rosmarin gut. Tipp: Weil der Rosmarin gern warmen Fußes steht, sollte auf den Boden eine Schicht aus Kies oder kleinen Steinen aufgetragen werden. Diese speichern die Wärme des Tages bis in die Nacht hinein und verringern die Verdunstung.

Gießen

Ist der richtige Standort gefunden und das passende Substrat angemischt, gestaltet sich der Rosmarin-Anbau überraschend einfach. Das fällt bereits beim Gießen auf. So benötigt Rosmarinus officinalis weder gesammeltes Regenwasser noch muss ständig zur Kanne gegriffen werden. Frisches Leitungswasser reicht vollkommen aus, denn die Pflanze verträgt Kalk gut. Bei kleinen Töpfen ist das Untertauchen sinnvoll. Hierbei wird das Pflanzgefäß solange in einen Wassereimer gestellt, bis aus der Erde keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Bevor der Rosmarin zurück in den Übertopf gestellt wird, sollte er für einige Minuten abtropfen dürfen. Anderenfalls könnte gefährliche Staunässe entstehen. Bei der Kultur im Beet, ist schwemmendes Gießen in Verbindung mit einer Drainage-Schicht die beste Wahl. Zwischen den einzelnen Wassergaben sollte das Substrat gut abtrocknen können. Spätestens wenn die Triebspitzen leicht herabhängen, wird es wieder Zeit zum Gießen.  
 
Rosmarin ist leicht zu erkennen, auch an den unscheinbaren BlütenDüngen

Ein Düngen des Rosmarins ist im Grunde gar nicht notwendig. Innerhalb des ersten Jahres nach dem Umtopfen oder Substratwechsel könnten zusätzliche Nährstoffgaben sogar zum Absterben der Pflanze führen, denn Rosmarin hat einen sehr geringen Bedarf. Wird der Rosmarin-Anbau schon länger im gleichen Boden geführt, dürfen die Pflanzen sehr sparsam mit handelsüblichem, organischem Flüssigdünger versorgt werden. Alternativ ist reifer Kompost zu verwenden.

Umtopfen und Umsetzen

Bei richtigem Standort wächst Rosmarin recht schnell. Wird er im Topf oder Kübel kultiviert, wird daher früher oder später ein Wechsel des Gefäßes anstehen. Dieser sollte im Frühjahr erfolgen, wenn die Pflanzen nach der Winterruhe wieder nach draußen verbracht werden. Günstig ist es, das Substrat vorsichtig

und möglichst vollständig von den Wurzeln zu lösen und komplett zu tauschen. Das neue Pflanzgefäß muss lediglich eine Nummer größer gewählt werden.

Wer diese Maßnahme jährlich durchführt, kann auf zusätzliches Düngen vollständig verzichten. Und beugt gleichzeitig dem Befall durch Krankheiten und Schädlingen vor, die von der Erde ausgehen. Das Umsetzen im Beet ist hingegen nicht notwendig. Es sei denn, der Standort stellt sich als ungeeignet heraus. Abgesehen von diesem Grund wird der Rosmarin im Garten aber lieber in Ruhe gelassen und versorgt sich gut selbst.

Kultur im Topf

Da Rosmarin aus warmen Gefilden stammt, sind die meisten Sorten nicht winterhart. Die Kultur in Topf oder Kübel
ist daher empfehlenswert. Je mehr Substrat die Pflanzen hier zur Verfügung haben, desto weniger Pflege benötigen sie. Tipp: Rosmarin verträgt sich gut mit anderen mediterranen Kräutern, wie beispielsweise Lavendel oder Salbei. Gemeinsam in einen Topf gepflanzt, bietet die Kombination etwas fürs Auge und die Nase - und hält dabei noch einige Schädlinge und Lästlinge fern.

Kultur im Beet

Wer den Rosmarin-Anbau groß aufziehen möchte, kommt um das Pflanzen in ein Beet oder Hochbeet nicht herum. Damit die Gewächse nicht in jedem Herbst wieder ausgegraben werden müssen, sollte zu den neueren Zuchtformen gegriffen werden. Geeignete Sorten sind beispielsweise Hill Hardy und Arp.

Rosmarinzweige sind eine würzende Beilage für viele GerichteDie Pflege im Beet ist über das Jahr weniger aufwendig, da sich die Pflanzen weitestgehend selbst versorgen und lediglich bei Bedarf gegossen werden müssen. Dafür gestaltet sich die Überwinterung aber selbst bei den genannten Sorten etwas schwierig.

Überwinterung

Steht der Rosmarin im Topf, ist die Überwinterung recht einfach. Die Pflanzgefäße werden schlicht nach drinnen verbracht. Das Winterquartier sollte Temperaturen von 5 °C bis 10°C aufweisen und sehr hell sein. Bei Bedarf werden die Pflanzen sparsam gegossen, das Düngen wird eingestellt. Ist der gewählte Raum sehr trocken, sollten die Gewächse hin und wieder mit Wasser besprüht werden.

Im Beet heißt es hingegen Abdecken, was das Zeug hält. Auf den Boden ist eine dicke Schutzschicht aus Stroh, Laub und Reisig aufzubringen. An windigen Stellen sollten zusätzlich mit Laub gefüllte Körbe über die Pflanzen gestülpt werden.

Verschnitt

Rosmarin ist immergrün, kann nach dem Winter oder bei anhaltender Trockenheit aber vertrocknete Zweige aufweisen. Diese sollten möglichst umgehend entfernt werden und können immer noch als Gewürz dienen. Von Frühling bis Herbst können zudem einzelne Zweige geerntet werden. Ein grundlegender Verschnitt ist aber weder notwendig noch empfehlenswert.

Typische Schädlinge und Krankheiten

Der Rosmarin-Anbau kann durch Schädlinge eigentlich nur gefährdet werden, wenn er im Winter zu trocken steht. Denn das schwächt die Pflanzen und lässt sie anfällig werden. Verschiedene Läuse-, Milben- und Fliegenarten, die sich durch Weben, Beläge und Fraßspuren bemerkbar machen, stellen die Hauptgefahren dar. Sie lassen sich jedoch einfach bekämpfen. Dazu werden die Pflanzen abgeduscht und noch feucht für ein bis drei Tage mit Folie abgedeckt. Die hohe Feuchtigkeit bekommt den Schädlingen schlecht und sie sterben ab. Betroffene Stellen sind zu entfernen.

Häufige Fragen
  • Ist der Rosmarin giftig für Tiere? - Nein, allerdings können bei Tieren und Menschen Unverträglichkeiten gegen ihn auftreten. Diese äußern sich meisten als Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Ausschläge.
  • Warum verliert der Rosmarin seine Nadeln? - Wenn die nadelförmigen Blätter des Rosmarins braun werden und dann in großen Mengen abfallen, ist das meist auf unzureichendes Gießen zurückzuführen. Die mediterranen Pflanzen vertragen Trockenheit zwar, bei anhaltend hohen Temperaturen kann aber durchaus tägliches Gießen notwendig werden.
Rosmarin kann als Küchenkraut problemlos im Topf gehalten werdenWissenswertes zu Rosmarin in Kürze

Standort
  • Der beste Platz ist vollsonnig, geschützt, warm, nach Möglichkeit vor einer Südwand.
  • Im Frühjahr muss der Rosmarin unbedingt vor zu viel Morgensonne geschützt werden.
  • Der ideale Boden ist locker, humusreich, trocken, etwas sandig und kalkhaltig, mit einer Drainageschicht versehen.
  • Eine Kiesschicht um die Pflanze herum dient als Wärmespeicher.
  • Beim Pflanzen setzt man den Rosmarin immer etwas erhöht, um die Gefahr von Staunässe und Bodenpilzen zu vermeiden.
Pflege und Düngung
  • Gegossen wird die Pflanze immer nur sparsam. Sie benötigt nicht viel Wasser.
  • Nur im Sommer etwas mehr Wasser zuführen.
  • Wenn man zu wenig gießt, fallen die Nadeln ab. Dann etwas mehr Wasser zugeben.
  • In jedem Fall ist zu viel Wasser schlimmer als zu wenig.
Im Frühjahr sollte mit reifem Kompost oder Hornspänen eine Grundlagendüngung erfolgen. Danach ist es empfehlenswert, etwa zwei Mal pro Monat zu düngen. Diese Phase dauert bis Mitte August. Dann werden die Düngergaben eingestellt.

Schnitt und Überwinterung
Rosmarin kann beschnitten werden. Dabei sollte man immer den natürlichen Wuchs berücksichtigen. Man schneidet die Krone rund oder oval. Dabei muss man darauf achten, nicht in altes Holz zu schneiden.
  • Rosmarin ist nicht völlig winterhart. Starken, lang anhaltenden Frost übersteht er meist nicht.
  • Ein geschützter Platz im Garten kann helfen. Ebenso, wenn man die Pflanze etwas zudeckt.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, pflanzt ihn in einen Topf und überwintert ihn drinnen:
  • Temperaturen zwischen 0 und 10 ºC sind ideal.

  • Die Luft sollte feucht sein, (Luftfeuchtigkeit mindestens 60 Prozent), sonst besteht die Gefahr, dass sich Schädlinge ansiedeln und ein unerwünschter Winteraustrieb beginnt. 
  • Es wird nur sparsam gegossen, der Ballen darf aber nicht austrocknen.
Optimal ist eine Überwinterung im Kalthaus. Inzwischen gibt es aber auch spezielle winterharte Sorten im Handel. Beim Kauf sollte man sich nach diesen erkundigen.

Rosmarin vermehren

Die Vermehrung des Rosmarins erfolgt im Sommer durch etwa 10 cm lange Seitentriebe. Sie werden mit etwas altem Holz vom Stamm getrennt. Man pflanzt sie ein, besprüht sie mit Wasser und stülpt eine Plastiktüte über den Topf. Bis die Triebe anwachsen, können Monate vergehen.

Man kann Rosmarin auch durch Samen vermehren. Die Aussaat erfolgt zwischen März und April. Bereits einen Monat später kann er ausgepflanzt werden. Am einfachsten ist es, eine Pflanze im Handel zu erwerben.alt