Tee-Kräuter selber sammeln und trocknen

Tee-Kräuter selber sammeln und trocknen

Immer mehr Menschen suchen als alltägliche Durstlöscher Alternativen zu den käuflichen Erfrischungsgetränken. Flüssigkeiten, die bis zu einem Drittel Zucker enthalten oder durch künstlich hergestellte Süßstoffe viel zu süß sind und ansonsten im Wesentlichen aus künstlichen Aromen bestehen, möchten sie nicht andauernd zu sich nehmen.

tee2 flEs gibt Getränke für jeden Tag, die nur aus natürlichen Zutaten bestehen, ganz nach eigenem Geschmack gesüßt werden können, und sich auch noch positiv auf das Wohlbefinden auswirken können: Die verschiedensten Kräutertees, die auch

noch erfreulich preiswert herzustellen sind, wenn Sie die Tee-Kräuter selber sammeln und trocknen:

Welche Kräuter eignen sich für die Tee-Zubereitung?

Es gibt viele Kräuter, die das häusliche Teeangebot auf interessante Art und Weise bereichern können: Brennnesseln und Fenchel, Kamille und Kümmel, Melisse und Minze, Hagebutte, Schafgarbe und Thymian zum Beispiel. Sie könnten jedoch noch einige andere Pflanzenteile sammeln, die einem Kräutertee zugefügt werden können: Zum Beispiel die Blätter einiger Obststräucher wie Himbeeren und Johannisbeeren und die Blüten einiger Bäume und Blumen wie Holunder und Lindenblüten, Rosen und Ringelblumen.

All diese Kräuter (und noch viele andere) ergeben einen Tee mit eigenem Geschmack, und all diese Kräuter haben eine unterschiedliche Wirkung. Brennnesseln wirken anregend auf den Stoffwechsel, Fenchel beruhigt Kleinkinder und ist gut für die Verdauung, Kamille und Kümmel sind ebenfalls gut für den Magen, Melisse stärkt die Nerven und Minze die Luftwege. Die Hagebutte ist eine Vitamin-C-Bombe, auch im Tee, Schafgarbe beruhigt und entkrampft, Thymian tötet Keime, und das sind jeweils nur Auszüge aus den umfangreichen Talenten, die den Kräutern zugesprochen werden.

Wo kann man Tee-Kräuter sammeln?
  • Meist hilft ein aufmerksamer Blick auf die nähere Umgebung, um genügend Teekräuter für den persönlichen Vorrat zu entdecken. Brennnesseln wachsen fast überall, unbebaute Grundstücke, naturbelassene Wiesen oder Bachufer bringen häufig die verschiedensten Teekräuter zum Vorschein: Wilden Fenchel und Kümmel, Melisse, (Acker-) Minze und Schafgarbe könnten Sie hier z. B. ernten. Im Garten oder in der freien Natur können Sie Himbeerblätter und Holunderblüten, Johannisbeerblätter und Lindenblüten, Ringelblumen, Hagebutten und die Blüten ungespritzter Rosen ernten.

  • Viele Kräuter sollten im Frühling gesammelt werden, die jungen Blätter sind reich an Vitaminen, z. B. bei Brennnesseln, Melisse, Himbeer- und Johannisbeerblättern. Hagebutten können sehr gut im Herbst gepflückt, die Früchte des Fenchels reifen im September und Oktober, die besten Sammelzeiten für die anderen Tee-Zutaten erfahren Sie im Internet.

  • Natürlich sollten Sie die wild wachsenden Pflanzen genau identifizieren, vor allem bei Doldengewächsen wie Kümmel kann eine
    Verwechslung höchst gesundheitsschädlich werden ... Die Anfangszeit Ihrer Karriere als Wildkräuter-Teeproduzent sollten Sie deshalb besser mit einem guten Pflanzenbestimmungsbuch verbringen, wenn Sie sich mit wild wachsenden Kräutern noch nicht sehr gut auskennen.

  • Weitere Hilfen: Wildkräuter zum Kennenlernen selbst im Garten anpflanzen, einen Pflanzenkundigen zum Sammeln mitnehmen, eine geleitete Kräuterwanderung mitmachen oder das örtliche Pflanzenschutzamt ansprechen, hier erhalten Sie häufig fachkundige Beratung.
tee-hagebutten flNatürlich sollten Sie sich ausschließend an Pflanzen bedienen, von denen Sie sicher wissen, dass sie ungespritzt sind. Ebenso selbstverständlich ist, dass die besten Sammelplätze weder am Rand der meistbefahrenen Straße der Umgebung noch auf der nächsten

Hundewiese zu finden sind. Je einsamer und ungestörter Ihre Sammelplätze in der Natur liegen, desto unbelasteter und wertvoller sind Ihre Teekräuter.

Wenn Sie eine tolle Stelle gefunden haben, wo ein bestimmtes Teekraut in verschwenderischer Fülle wächst, sollten Sie auch immer daran denken, einige Pflanzen stehen zu lassen, nur so kann sich die Pflanze am Standort weiter ausbreiten, nur so können Sie auch die nächsten Jahre noch etwas ernten.

Tee-Kräuter trocknen

Teekräuter sollten möglichst schonend getrocknet werden, damit möglichst viel von ihrem Aroma und von den Inhaltsstoffen erhalten bleibt. In der freien Natur gesammelte Kräuter sollten heiß gewaschen werden, damit möglicherweise anhaftende Eier des Fuchsbandwurms entfernt werden. Die Experten sind übrigens der Ansicht, dass die Gefahr eines Befalls übertrieben wird, so sollen nur Erkrankungen von Menschen nachgewiesen sein, die ohne Schutzhandschuhe regelmäßig tote Wildtiere angefasst haben. Selbst wenn Menschen ungewaschene Walderdbeeren gegessen haben, soll noch nie ein Befall nachgewiesen worden sein, und alle Temperaturen über 70 Grad töten die Eier des Parasiten mit Sicherheit ab.

Anschließend binden Sie die Kräuter am besten zu kleinen Sträußen zusammen, die Sie nun in einem geeigneten Raum zum Trocknen aufhängen. Zum Beispiel auf eine Leine, die Sie quer durch den Raum gezogen haben. Es sollte ein möglichster dunkler Raum sein, der gut durchlüftet ist oder von Ihnen regelmäßig gelüftet werden kann. Wenn dieser Raum ein wenig Wärme von der Sonne abbekommt, ist das nicht schlecht, Sie sollten die Kräuter jedoch niemals in der prallen Sonne trocknen, dann würden Sie sie einiger Nährstoffe und Vitamine berauben. Je höher die Temperatur und je besser die Durchlüftung ist, desto schneller trocknen die Kräuter, je weniger Licht einfällt, desto sicherer sind sie vor Nährstoffverlust und Schimmelbefall.

pfefferminze-tee flWenn sich das Trockengut nicht zu Sträußen binden lässt, kann es (am besten auf Gittern) liegend getrocknet werden, aber nie übereinander liegend. Die Kräuter sind trocken, wenn die Blätter rascheln und die Stängel leicht brechen, vor dem Abfüllen in Aufbewahrungsgefäße sollten Sie sie in einem kühlen Raum ein bis zwei Stunden auskühlen lassen.

Falls Ihnen kein Raum zur Verfügung steht, der sich aufheizt und dunkel gehalten werden kann, könnten Sie sich einen Dörrapparat anschaffen, der neu um 100,- € kostet und die Kräuter in kurzer Zeit vorschriftsgemäß trocknet. Ein solcher Dörrapparat ist mit engmaschigen Metallgittern besetzt, auf denen Sie auch hervorragend Apfelringe, Aprikosen und Pflaumen trocknen können, die später Tee oder Gebäck bereichern.

Die meisten Teekräuter können auch zur Unterstützung von Heilbehandlungen eingesetzt werden. Bevor Sie mit stärkeren Tee-Konzentrationen arbeiten, sollten Sie die Inhaltsstoffe der einzelnen Kräuter jedoch genau studiert haben. Denn wie bei der “richtigen Medizin” bestimmt auch bei den Heilkräutern die Mischung und die Dosis den Erfolg.