Was gibt es Stilvolleres als eine Terrasse oder eine Garageneinfahrt aus Natursteinplatten? Vor allem die unregelmäßig geformten Platten aus Porphyr, Granit oder Kalkstein schaffen ein wunderbar natürliches Ambiente. Beim Verlegen dieser Polygonalplatten ist jedoch das eine oder andere zu beachten. Mit unseren Tipps schaffen es aber auch unerfahrene Heimwerker, mit ein wenig Geschick die unregelmäßig geformten Platten problemlos zu verlegen.

Das passende Material

Je nachdem, wo Sie die Polygonalplatten verlegen möchten, muss auf das richtige Material geachtet werden. Im Außenbereich muss der Stein unbedingt frostbeständig sein.

  • Sandstein: relativ abriebfest und frostbeständig, wird jedoch durch Streusalz angegriffen
  • Quarzit: frost- und abriebfest
  • Granit: beständig gegen Frost und Streusalz, abriebfest
  • Kalkstein: weniger abriebfest, empfindlich gegenüber Säuren und Salzen (bedingt für den Außenbereich geeignet)
  • Porphyr: sehr widerstandsfähig, bestens für Garageneinfahrten und Terrassen geeignet
  • Marmor: nicht frostbeständig, daher nicht zum Verlegen im Außenbereich geeignet

Unterbau

Bevor es ans Verlegen der Polygonalplatten geht, muss ein geeigneter Unterbau geschaffen werden. Bei größeren Flächen wie Terrassen oder Garageneinfahrten sollten Polygonalplatten nicht im Kiesbett oder Splitt verlegt werden. Eine Natursteinfläche im Garten braucht ein witterungsbeständiges Fundament.

Soll die Fläche mit einem PKW befahren werden, muss sie besonders gut tragfähig sein. Für einen Unterbau gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für welche Variante Sie sich entscheiden sollten, ist vor allem vom Untergrund und der Belastung abhängig, der Sie die Fläche aussetzen:
  • Schicht aus Kies und Sand plus Betonplatte (stabilste Lösung)
  • Mineralgemisch oder KFT (kombiniert frostsichere Tragschicht), Körnung 0 - 32 mm
  • Splitt- oder Kiesbett (nur für kleinere Flächen und reine Gehwege)

Für das Fundament hebt man das Erdreich in entsprechender Tiefe aus und füllt anschließend mit einer Schicht aus Kies und Sand oder Mineralbeton. Das Kiesbett muss mit einer Rüttelplatte verdichtet werden, damit keine Hohlräume entstehen. Anschließend wird zusätzlich eine 15 Zentimeter starke Betonplatte auf das Kiesbett gegossen. Nachdem der Beton gut durchgetrocknet ist, kann mit dem Verlegen der Platten begonnen werden. Alternativ kann auch Mineralbeton (KFT) als Unterbau eingefüllt werden. Nach dem Verdichten sollte die Schicht mindestens 20 Zentimeter hoch sein. Eine zusätzliche Betonschicht ist in diesem Fall nicht notwendig.

Tipps für den Unterbau

Polygonalplatten im Kiesbett verlegen1. Um auf der sicheren Seite zu stehen, sollte der Unterbau und damit der Aushub bis auf Frosttiefe hinabreichen. Informationen über die Frosttiefe in Ihrem Wohngebiet erhalten Sie über das örtliche Bauamt.

2. Wichtig beim Verlegen von Polygonalplatten ist, dass der Unterbau mit einem Gefälle von etwa 1,5 bis 2 % von Gebäuden weg angelegt wird, damit das Wasser nicht zum Wohnhaus oder zur Garage geleitet wird.

3. Damit der Unterbau stabil ist, sollte immer Erde abgetragen werden. Ein Aushub ist auch dann notwendig, wenn der Weg oder die Terrasse höher als das Erdniveau angesetzt wird.

4. In der Praxis hat sich eine Schicht aus KFT gut für Terrassen und Gehwege bewährt. Das Mineralgemisch ist leicht zu verdichten, sehr frostbeständig und gut tragfähig. Bereits eine Schicht von 20 ist auch zum gelegentlichen Befahren mit dem Auto geeignet. Für schwerere Belastungen ist eine 30 Zentimeter dicke Tragschicht zu empfehlen.

5. Den stabilsten und beständigsten Untergrund schaffen Sie mit einem Fundament aus einem Kiesbett plus Betonplatte.

6. Es empfiehlt sich, eine Betonplatte vor der Verlegung mit einer Grundierung zu streichen. Ist die Grundierung abgetrocknet, folgt eine Schicht flüssiger Terrassenabdichtung. Dort, wo die Terrasse oder der Weg ans Haus oder eine Mauer angrenzt, ist eine bandförmige Abdichtung sinnvoll.

Verlegung im Splitt- oder Kiesbett

Beim Verlegen von Polygonalplatten ist viel Erfahrung erforderlich. Die Arbeit sollte daher vorzugsweise vom Fachmann oder erfahrenen Heimwerker ausgeführt werden. Generell können Polygonalplatten zwar im Kiesbett verlegt werden, in den meisten Fällen ist jedoch davon abzuraten. Denn es besteht die Gefahr, dass sich die Platten verschieben und kippen. Dennoch hat sich diese Methode zur Verlegung bei Gartenwegen bewährt.

  1. Erdreich bis auf Frosttiefe ausheben und mit feinem Kies oder Splitt füllen.
  2. Eventuell die Zwischenräume mit Sand ausfüllen, um eine bessere Tragfähigkeit zu erreichen.
  3. Kiesbett bei größeren Flächen mit einer Rüttelmaschine leicht verdichten.
  4. Platten auflegen und mit dem Gummihammer festklopfen. Dabei auf eine gerade Gesamtoberfläche achten.
  5. Fugen mit Splitt oder grobem Sand verfugen.

Tipp: Wichtig ist, dass hier nur große und schwere Platten als Trittsteine verlegt werden, die mindestens drei Zentimeter stark sind. Bei Polygonalplatten im Kiesbett besteht die große Gefahr, dass sich in den Fugen Unkraut ansiedelt. Die Wurzeln können im Laufe der Zeit die Platten an einigen Stellen anheben, sodass eine erhöhte Stolpergefahr besteht.

Verlegung auf Mineralbeton oder Betonplatte

polygonalplatten verlegen auf Erde und Sand In allen anderen Fällen ist eine Verlegung der Polygonalplatten mit einem frostbeständigen Unterbau notwendig.

Werkzeug

  • Zollstock
  • Setzlatte
  • Wasserwaage
  • Gummihammer
  • Fugeneisen
  • Mörteleimer (oder
    Kübel)
  • Maurerkelle
  • Kammspachtel
  • Gießbecher mit Ausguss
  • Schwamm
  • Richtschnur
  • Kartuschenspritze für Silikonkartuschen

Persönliche Schutzausrüstung

  • Arbeitshandschuhe
  • Knieschoner
  • Schutzbrille

Maschinen

  • Rüttelplatte
  • Rührwerk (Bohrmaschinen mit Rühraufsatz sind zu schwach für den zähen Mörtel)
  • Winkelschleifer oder Diamantsäge

Material

  • Polygonalplatten in entsprechender Menge
  • Mineralbeton oder Mineralgemisch Körnung 0-32 mm (als kombiniert frostsichere Tragschicht)
  • alternativ: Kies, Sand und Beton
  • Bettungsmörtel
  • Trasszement zum Verfugen
  • Zementschleierentferner
  • eventuell Begrenzungssteine
  • Natursteinsilikon

Polygonalplatten verlegen

Es sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig, um die Polygonalplatten zu verlegen. Wir zeigen Ihnen die Schritte detailliert auf:

Schritt 1: Platten vorbereiten

Es hat sich bewährt, die unregelmäßigen Natursteinplatten vor dem endgültigen Verlegen im Mörtelbett zunächst trocken auf dem Untergrund zu verteilen. So können Sie ohne Zeitdruck ein gelungenes Muster festlegen und im Notfall noch einmal völlig umdisponieren, wenn etwas nicht passen sollte. Vor dem Aufbringen des Mörtels sollte der Untergrund sollte sauber und leicht feucht sein. Lose Steinchen oder Staub verhindern eine gute Verbindung mit dem Mörtel. Fegen Sie die Betonplatte daher im Vorfeld gründlich ab.

  1. Sortieren Sie die Platten zunächst nach Größe und Farbe.
  2. Wenn die Fläche einen geraden Abschluss erhalten soll, suchen Sie größere rechtwinklige Polygonalplatten heraus. Diese sind perfekt für die Ecken. Für die Seitenbegrenzung eignen sich alle Platten mit langen, geraden Kanten. Sind solche Platten nicht in ausreichender Zahl verfügbar, müssen Sie gegebenenfalls einzelne Steine mit einem Winkelschleifer oder einer Diamantsäge in die richtige Form bringen.
  3. Kleben Sie eventuell ein Stück Krepp-Klebeband auf jeden der Steine und versehen es mit einer fortlaufenden Nummerierung.
  4. Sind alle größeren Platten an Ort und Stelle, suchen Sie sich kleinere Stücke aus, um damit breitere Zwischenräume zu füllen. Gegebenenfalls müssen zu diesem Zweck verbliebene Platten zerschlagen werden.
  5. Reinigen Sie die Platten mit einem Schwamm und sauberem Wasser. Schmutz und Staub auf der Rückseite der Natursteine behindern die Haftung des Mörtels.
  6. Bei Polygonalplatten aus Basalt sollte die Rückseite zudem mit einem Krallenbrett aufgeraut und unter fließendem Wasser gereinigt werden. Eine Kontaktschlämme als Haftbrücke erleichtert die Verlegung.

Schritt 2: Randsteine verlegen

Insofern die Terrasse oder der Weg einen geraden Abschluss erhalten soll, werden zunächst die Randsteine verlegt. Diese werden in ein Fundament aus Magerbeton gesetzt und mit dem Gummihammer auf die entsprechende Tiefe eingeklopft. Spannen Sie dazu eine Richtschnur über die gesamte Kantenlänge, um damit sicherzustellen, dass die Steine sowohl in einer geraden Flucht als auch auf gleicher Höhe verlaufen.

  1. Haben Sie eine zusätzliche Randeinfassung aus anderen Steinen geplant, werden sowohl diese als auch die erste Reihe Polygonalplatten mit gerader Kante im Magerbetonbett verlegt, damit sie sich nicht verschieben.
  2. Beginnen Sie mit dem Verlegen der Randsteine an der Hauswand oder einer anderen Begrenzung, damit hier nicht später zu breite Lücken entstehen.

Schritt 3: Natursteinplatten einsetzen

Polygonalplatten verlegenVom Abschluss weg verlegen Sie jetzt die übrigen Steine. Dazu tragen Sie eine etwa 5 Zentimeter dicke Schicht Bettungsmörtel auf den Mineralbeton oder die Betonplatte auf und ziehen den Mörtel mit einem Holzbrett oder einer Abziehlatte gerade. Drücken Sie die vorsortierten Steine vorsichtig in das erdfeuchte Mörtelbett. Achten Sie dabei unbedingt auf die Höhe und die Fugenbreite. Die für Polygonalplatten typische Fugenbreite beträgt rund 3 bis 5 Zentimeter. Anschließend werden die Steine mit dem Gummihammer festgeklopft. Dabei sollten Sie fortwährend mithilfe einer Wasserwaage auf eine ebene Oberfläche und auch auf das notwendige Gefälle vom Haus weg achten. Sind größere Fugen vorhanden, werden diese sofort im Anschluss mit kleineren Bruchstücken ausgefüllt.

Tipps

1. Besteht der Unterbau aus einer Betonplatte, sollte diese vor dem Auftragen des Mörtels angefeuchtet werden, damit der Mörtel besser haftet. Die Verlegung erfolgt feucht in feucht (nicht nass). Dass bedeutet, dass sowohl der Untergrund als auch die Polygonalplatten beim Verlegen leicht feucht sein sollten.

2. Es wird immer nur so viel Mörtel aufgetragen, wie für das Verlegen von etwa zwei bis drei Platten benötigt wird.

3. Mischen Sie nur kleinere Mengen an Mörtel frisch an. Da dieser sehr dickflüssig (Dickbettverfahren) aufgetragen wird, härtet er sehr schnell aus. Bereits eingetrocknete Reste in der Zementwanne sollten nicht mehr verwendet werden. Für Anfänger empfiehlt sich das Anrühren jeweils eines halben Sackes nach dem anderen.

4. Sind die Platten unterschiedlich dick, beginnen Sie immer mit der Verlegung der dünneren Platten, um eine gleichmäßige Oberfläche zu gewährleisten.

5. Verwenden Sie beim Einklopfen größerer Platten mit dem Gummihammer vorzugsweise ein Schutzbrett, damit es nicht zu Rissen oder Spalten im Naturstein kommt.

6. Beim Eindrücken und Einklopfen der Natursteinplatten füllen sich die Zwischenräume je nach Dicke der Natursteine und dem Druck, den Sie ausüben mehr oder weniger mit Verlegemörtel. Dieser sollte mit einem Fugeneisen zeitnah wieder entfernt werden.

7. Schützen Sie die frisch verlegte Fläche vor Regen, falls dies notwendig sein sollte. Dazu eignet sich eine große Folie, die mit Steinen oder Holzlatten beschwert wird, um ein Davonfliegen zu vermeiden.

8. Betreten Sie die frisch eingelegten Polygonalplatten solange nicht, bis der Mörtel gut ausgehärtet ist. Ansonsten verschieben sich die Platten und Sie bekommen eine unregelmäßige Oberfläche.

Polygonalplatten verfugen

Zum Verfugen der Natursteinplatten benötigen Sie Trasszement, der entweder mit einer Kelle in die Fugen gegeben oder flüssig in die Zwischenräume eingegossen wird. Verfugt werden darf erst dann, wenn der Verlegemörtel vollständig ausgehärtet ist. Auf der sicheren Seite stehen Sie, wenn Sie nach dem Verlegen einen Tag warten, bevor Sie mit dem Verfugen beginnen.

  1. Achten Sie darauf, die Platten beim Fugengießen nicht unnötig zu verschmutzen, da eine spätere Reinigung problematisch oder gar unmöglich sein kann. Geht doch etwas von der Fugenmasse daneben, sollte sie umgehend mit einem feuchten Tuch oder Schwamm abgewischt werden.
  2. Die Konsistenz des Mörtels für Pflasterfugen muss flüssig sein, damit er leicht in die Fugen gegossen werden kann. Damit er aber gut aushärten kann, darf er keinesfalls zu wässerig sein.
  3. Vor dem eigentlichen Verfugen müssen die Zwischenräume und die Steine mit Wasser angefeuchtet werden. Dazu eignet sich ein Quast (Tapezierpinsel) oder ein Schwamm.
  4. Besonders einfach lässt sich der flüssige Trasszement mithilfe eines Bechers mit Henkel und Schnaube punktgenau einfüllen.
  5. Gehen Sie auch beim Verfugen schrittweise vor. Mit einem feuchten Schwamm wird die Fugenmasse nach dem Eingießen auf ein Niveau leicht unterhalb der Polygonalplatten abgewaschen und geglättet. Waschen Sie dabei auch unbedingt Reste von den Platten mit einem sauberen Schwamm ab.
  6. An der Seite des Hauses oder einem Wandanschluss wird nicht mit Fugenmasse ausgefüllt. Hier wird ganz zum Schluss nach dem Aushärten der Fugenmasse zwischen den übrigen Steinen mit Natursteinsilikon eine Dehnfuge eingebracht.

Abschlussarbeiten

Polygonalplatten reinigenNach dem Aushärten des Fugenmörtels wird die gesamte Verlegefläche gründlich mit Wasser abgewaschen. Um dem grauen Schleier auf den Leib zu rücken, ist Zementschleier-Entferner notwendig. Beachten Sie die Hinweise auf der Verpackung und tragen Sie gegebenenfalls entsprechende Schutzkleidung.

Tipp: Der Zementschleier-Entferner muss zum verlegten Naturstein passen, denn sonst kann dessen Oberfläche angegriffen werden. Kalksteine und auch die Fugen vertragen beispielsweise keine säurehaltigen Mittel.

Versiegelung

Um die neue Natursteinterrasse dauerhaft gegen Witterungseinflüsse und Moosbewuchs zu schützen, kann nach der Reinigung und dem Abtrocknen noch eine Versiegelung aufgebracht

werden.