Die Nutzung der eigenen Terrasse gehört für viele Menschen vom Frühjahr bis zum Herbst zur Nutzung des Gartens einfach dazu. Doch während die Sonne grundsätzlich willkommen ist, kann einem ein Zuviel schnell die Freude am draußen sein verleiden. Abhilfe schaffen Sonnenschirme. Sicheren Halt finden diese in Bodenhülsen. Wie Sie diese Bodenanker richtig einbetonieren, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt Anleitung.

Schritt für Schritt zum einbetonierten Bodenanker

So wie es nicht den einen Sonnenschirm gibt, gibt es natürlich auch nicht die eine, universelle Methode, den Schirmständer einzubetonieren. Während sich die Schirmgröße vor allem auf die erforderliche Fundamentgröße auswirkt, hat die Ausbildung der Schirmaufnahme wesentlichen Einfluss darauf, wie die Verbindung von Fundament und Schirm aussieht.

1. Die senkrechte Einspannung

Weithin bekannt ist die gängige Art und Weise, den Stab des Sonnenschirmes in eine vorbereitete Hülse einzustellen. Aus statischer Sicht erfolgt die Kraftübertragung hierbei durch eine so genannte

Einspannung, also im Wesentlichen über die in der Hülse befindliche Länge des Schirmschaftes. Während sich temporäre Bodenanker einschlagen oder -schrauben lassen, wird bei dauerhaften Bodenankern eine röhrenförmige Hülse direkt in das Fundament eingelassen. In diese kann der Schirm dann unmittelbar eingestellt werden.

2. Die punktförmige Anbindung über Schrauben

Wird der Sonnenschirm dagegen nicht in den Boden "gesteckt", wird stattdessen eine solide Ankerplatte, ähnlich einem Pfostenträger, im Fundament einbetoniert. Auf diese Platte wird dann der Standfuß des Schirmes mittels Schrauben aufgebaut. Diese Methode kommt vor allem bei großformatigen Schirmkonstruktionen, wie terrassenüberspannenden Ampelschirmen zum Einsatz. Je nach Größe und Konstruktion liegen hier bereits typbezogene statische Berechnungen der Hersteller zu Grunde, die sehr genaue Angaben zur Fundamentgröße und eventuell erforderlicher Bewehrung machen. Außerdem werden meist individuelle, auf den konkreten Schirmtyp abgestimmte Bodenanker angeboten.Unabhängig davon, welche der beiden Varianten nun zum Einsatz kommt, gestaltet sich die schrittweise Umsetzung der Fundamenterstellung mitsamt den erforderlichen Werkzeugen und Materialien weitestgehend gleich:

Das Werkzeug

  • Spaten oder Spitzhacke
  • Schaufel
  • Reißfeste Gewebeplane
  • Schubkarre
  • Maurerkelle oder Gartenschippe
  • Eimer oder kleine Betonwanne
  • Wasserwaage
  • Kantholz, Länge ca. 1 bis 2 Meter (je nach Fundamentgröße)
  • Holzstab, Durchmesser wie Sonnenschirmstiel, z.B. Besenstiel
  • Holzreste zum Unterlegen
  • Hammer, Zange, Nägel
  • Bohrmaschine mit Metallbohrer, ca. 5 Millimeter

Das Material

  • Bodenhülse bzw. Pfostenträger passend zum vorhandenen oder geplanten Sonnenschirm
  • Kies bzw. Split als Sackware
  • Beton, z.B. Fertig-Trockenbeton zum direkten Anmischen mit Wasser, als Sackware, dabei auch Außenbereichs-Eignung achten!
  • eventuell: Baustahl nach Vorgabe Systemhersteller Sonnenschirm

Die Fundamentgröße bestimmen

Noch vor dem ersten Spatenstich sollten Sie sich damit auseinandersetzen, wie groß Ihr Fundament sein muss. Denn nur so können Sie die Arbeiten und auch die erforderlichen Materialien entsprechend vorbereiten und besorgen.

1. "handelsübliche" Sonnenschirme:

Für den klassischen Sonnenschirm aus dem Baumarkt oder vom Discounter geben die Hersteller in aller Regel keine Fundamentdimensionen vor. Auch die passende Bodenhülse wird selten mitgeliefert. Stattdessen greifen Sie auf genormte Produkte zurück, die für eine Vielzahl an Schirmen geeignet sind.

  • Umlaufend um Hülse mindestens 10 bis 15 Zentimeter Betonüberdeckung
  • Fundamentbreite i.d.R. daher mit 40 x 40cm ausreichend
  • Tiefe abhängig von Bodenhülse, Höhe Bodenhülse + 10cm

2. Großformatige Sonnenschirme:

Kommen dagegen Schirme mit großen Spannweiten und somit auch großen auftretenden Kräften zum Einsatz, sollten die Angaben der Hersteller zur Dimension der Fundamente unbedingt beachtet werden. Bei

terrassenüberspannenden Systemen können leicht Abmessungen von 1,00 x 1,00m entstehen, um eine ausreichend große Masse und ein adäquates Widerlager für den Schirm zu erzeugen.
  • Breite: nach Herstellerangabe
  • Tiefe: i.d.R. mind. 0,80m für Frostfreie Gründung

Hinweis: Pflege und Wartung sind bei großformatigen Sonnenschirmen oft leichter, da sie auf Haltbarkeit konzipiert wurden und eine Demontage z.B. der Bespannung vorsehen.

TIPP: Genau genommen wäre auch bei kleinen Sonnenschirmen eine frostfreie Gründung, also ein Fundament bis in eine Tiefe von rund 80 Zentimetern durchzuführen. Das Problem bei einem im Winter auffrierenden Boden ist allerdings vor allem die Unregelmäßigkeit, mit der das geschieht. Flächige Fundamente können so im Zweifelsfall ungleich angehoben werden und später wieder absinken. In der Folge wird der Schirm zukünftig schräg stehen. Bei kleinen Fundamenten ist diese Gefahr zu vernachlässigen, so dass eine deutlich geringere Tiefe angestrebt werden kann.

Schritt 1 - Der Aushub

Bodenhülse einbetonieren - Schritt 1Zuallererst geht es natürlich darum, ein für das Fundament geeignetes Loch zu erstellen, in dem später betoniert werden kann.

  • Fundament vom geplanten Schirmstandort in alle Richtungen gleichmäßig abstecken
  • Rasen abstechen und in Soden seitlich lagern
  • Erdreich mit Spitzhacke oder Spaten lösen und auf Gewebeplane zur späteren Entsorgung lagern

Schritt 2 - Die Vorbereitungen

Bevor nun tatsächlich betoniert wird, sind noch einige Dinge vorzubereiten. Eine Schalung des Fundaments gehört übrigens nicht dazu. Der Beton wird direkt gegen das Erdreich eingefüllt, so dass eine gute Verzahnung von Boden und Fundament die mögliche Kraftübertragung erhöht.

  • Fundamentsohle mit 10cm Split oder Kies bedecken und Oberfläche eben abziehen
  • Bodenhülse (sofern nicht vorhanden) am tiefsten Punkt mit Loch für den Ablauf von Niederschlagswasser versehen

HINWEIS: DA der Sonnenschirm mitsamt Bodenhülse im freien steht, kann bei Regen Wasser in die Bodenhülse gelangen. Damit es von dort entweichen kann, wird die Hülse mit einem Loch versehen. Die Kiespackung unter dem Fundament ermöglicht ein Abfließen und versickern des Wassers. Wird der Wasserablauf nicht vorgesehen, kann auf Dauer Rost oder ein unerwünschtes Biotop an Bakterien, Insektenbrut und anderen Dingen entstehen.

Schritt 3 (Optional) - Baustahl

Falls Baustahl in das Fundament einzubauen ist, wird das nun, also noch vor dem Ausrichten des Schirmständers, erledigt.

  • Nach Herstellerangaben Stahl in Fundamentloch einlegen
  • Allseitig auf ausreichenden Abstand zum Erdreich (mindestens 3 bis 5 Zentimeter) achten
  • Unten als Abstandhalter kleine Steine oder Holzstückchen unterlegen
  • Mindestens zwei senkrechte Stahlstäbe am Stahlgitter oder -korb entlang in Boden einschlagen und Armierung mit Draht daran befestigen (Auftriebssicherung beim Betonieren)

Schritt 4 - Ausrichten von Pfostenträger oder Bodenhülse

Bodenhülse einbetonieren - Schritt 4Als letzter Schritt vor dem Einfüllen des Betons wird das Kernstück, sprich der Bodenanker, eingebracht und ausgerichtet.

Bei Bodenhülse:

  • Holzstab als Schirmersatz in Hülse einstecken
  • Hülse auf Kiesbett aufstellen und gegebenenfalls Höhe durch Entnehmen oder Zugeben von Kies anpassen - Oberkante Hülse gleich Oberkante Rasen
  • Kantholz neben "Schirmersatz" über Loch legen
  • Stab mit Wasserwage allseitig senkrecht ausrichten und am Kantholz fixieren

Bei Aufschraub-Ankerplatte:

  • Ankerplatte mit Nägeln durch Schrauben-Löcher von unten an Kantholz fixieren
  • Kantholz mit Ankerplatte über Fundamentloch legen und mittig platzieren
  • Über Unterleghölzer Höhe anpassen und mittels Wasserwaage allseitig waagerecht
    ausrichten

TIPP: Je länger die Richthölzer, also Besenstiel und Kantholz, sind, umso genauer lassen sich Ankerplatte und Bodenhülse ausrichten. Während bei 50 Zentimetern eine Abweichung von 5 Millimetern leicht übersehen wird, wirkt sich diese bei 2,00 Metern Länge bereits mit 2 Zentimeter aus und fällt deutlich leichter ins Auge!

Schritt 5 - Betonieren

Bodenhülse einbetonieren - Schritt 5Nun ist es soweit, das Fundament wird erstellt und die zukünftige Lage des Schirms im wahrsten Sinne des Wortes in Beton gegossen.

  • Beton nach Herstellerangaben anmischen, dabei vor allem auf passende Konsistenz achten
  • Beton schichtweise in Fundamentloch einfüllen und mittels Stab immer wieder "rütteln"
  • Beton bis 5 Zentimeter unter Rasenniveau anfüllen und Oberfläche glattstreichen
  • Beton mit Folie oder Karton abdecken und vor übermäßiger Austrocknung durch Sonne, sowie vor Regen schützen
  • Großformatige Fundamentflächen nach einigen Stunden mit Wasser begießen

HINWEIS: Das Rütteln des Betons dient dazu, entstehende Luftblasen an die Oberfläche zu befördern. Verbleiben Sie im Beton, entstehen Hohlräume, die die Widerstandsfähigkeit im Extremfall reduzieren können. Man muss dabei übrigens nicht mit Gewalt auf den Beton einschlagen, eine moderate Bewegung mit einem Stab auf und ab im Beton reicht völlig aus.

Nun ist es geschafft. Meist nach spätestens einem Tag können Sie die Holzkonstruktion über dem Anker entfernen. Je nach verwendetem Beton kann es allerdings zwei bis rund 14 Tage dauern, bis eine ausreichende Festigkeit erzielt ist, um auch große Lasten sicher aufzunehmen. Zuletzt können Sie das Fundament nun mit Gartenerde überdecken und neuen Rasen einsäen, oder die vorher entnommenen Rasensoden wieder aufsetzen. So wird Ihr Fundament nahezu unsichtbar und fügt sich harmonisch in den Garten ein. Sobald die Sonne an Kraft gewinnt, können Sie nun einfach Ihren Sonnenschirm in die Bodenhülse einstellen, oder größere Konstruktionen auf der Ankerplatte verschrauben.