Als Hausmittel steht der Kräutertee bei vielen Alltagsbeschwerden und Befindlichkeitsstörungen hoch im Kurs. Ein solcher Tee lindert aber nicht nur Bauchschmerzen oder Erkältungen, er schmeckt auch sehr gut und ist kostengünstig. Sammeln und trocknen Sie die Pflanzen selbst, dann vermeiden Sie zudem auch unnötige Transportwege und Verpackungsmüll. Es gibt also viele Gründe, mal wieder eine Tasse Tee zu kochen.

Welche Kräuter eignen sich Tee?

Gehen Sie einmal an einem Supermarktregal mit Kräutertees entlang und Sie sehen, wie vielfältig Teekräuter sind. Neben klassischen Heilkräutern gehören viele Arten von Blüten und Blättern diverser Bäume und Sträucher dazu, aber auch manches "Unkraut". Einige von ihnen haben einen sehr kräftigen Geschmack, diese Kräuter sollten in Mischungen eher sparsam dosiert

werden. Andere Pflanzenteile schmecken dezent und haben viel Masse. Diese können Sie gut als Füllstoffe einsetzen.

Tipp: Empfindliche Menschen sollten sich eventuell auf Allergien testen lassen bevor sie Teekräuter sammeln.

Beliebte Teekräuter:

  • Birkenblätter
  • Brennnessel
  • Brombeerblätter
  • Erdbeerblätter
  • Eisenkraut
  • Gänseblümchen
  • Gundermann
  • Himbeerblätter
  • Holunderblüten
  • Johanniskraut
  • Kamille
  • Lindenblüten
  • Löwenzahn
  • Melisse
  • Minze
  • Ringelblume
  • Schafgarbe
  • Spitzwegerich

Tipp: Viele Pflanzen haben ungenießbare oder gar giftige Doppelgänger. Ernten Sie daher nur solche Pflanzen, die Sie wirklich gut kennen. Getrocknete Teekräuter lassen sich später nur schwer identifizieren.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kräutersammeln?

Die meisten klassischen Teekräuter sollten kurz vor Beginn der Blüten gesammelt werden, das schränkt die Erntezeit mehr oder weniger stark ein. Der ideale Zeitpunkt liegt daher häufig im Frühjahr. Pflanzen, die von Frühjahr bis in den Herbst hinein blühen, wie zum Beispiel Brennnesseln oder Ringelblumen können Sie praktisch den ganzen Sommer über ernten.

echte Kamille - Matricaria chamomillaAbgesehen von der Blütezeit sind noch weitere Punkte beim Kräutersammeln zu bedenken. Ernten Sie am besten an einem trockenen Tag am späten Vormittag. Der Tau sollte schon abgetrocknet und der letzte Regenguss einige Tage vergangen sein. Dann haben die Pflanzen weniger Wasser gespeichert und das Aroma ist intensiver. Außerdem verringert sich so die Trocknungszeit.

Wo kann ich Teekräuter finden?

Auch ohne einen geplanten Kräuteranbau können Sie viele Teekräuter in Ihrem eigenen Garten sammeln. Spitzwegerich, Gänseblümchen und Gundermann siedeln sich oft von selber an, ebenso wie Schafgarbe, Löwenzahn oder Brennnesseln. Gehen Sie einmal mit offenen Augen und vielleicht einem Kräuterbuch bewaffnet durch Ihren Garten und sie werden staunen, welche Teekräuter Sie dort finden. Pflanzen für einen Kräutertee sollten jedoch nicht chemisch gedüngt oder stark beansprucht werden, wie dies zum Beispiel auf einem Rasen oft geschieht.

Viel Spaß macht auch das Suchen von Kräutern in

der Natur. Hier sollten Sie jedoch etwas Vorsicht walten lassen. Die Schadstoffbelastung an viel befahrenen Straßen ist inzwischen wohl allgemein bekannt. Ernten Sie aber auch keine Pflanzen an den Rändern konventionell gepflegter Felder. Auf den Feldern könnten Pestizide oder Düngemittel verwendet und durch Wind und Regen in der Umgebung verteilt worden sein.

Beim Ernten von Beeren und Teekräutern im Wald wird häufig vor den Eiern des Fuchsbandwurms gewarnt. Auch wenn das Risiko einer Infektion vielleicht gering ist, sollten Sie es nicht ganz außer acht lassen. Temperaturen über 70 °C töten zwar die Eier ab, sind aber für die Behandlung von Kräutern, die getrocknet werden sollen, nicht zu empfehlen.

Tipp: Kinder schmeckt Kräutertee oft viel besser, wenn Sie die Zutaten selber gesammelt und getrocknet haben.

Wie sollte ich Teekräuter sammeln?

Achten Sie beim Ernten der Teekräuter darauf, dass Sie die Pflanze nicht mit der Wurzel ausreißen, zu viel eines Krauts abschneiden oder Pflanze auf andere Weise beschädigen. Dadurch sichern Sie den Weiterbestand der Pflanze und können später am gleichen Platz erneut ernten. Transportieren Sie Ihre Kräuterernte nicht in einer Plastiktüte, darin schwitzen die Pflanzen und verderben leicht. Perfekt geeignet ist ein Korb, darin hat Ihr Sammelgut viel Platz und Luft. Ernten Sie außerdem nur absolut gesunde und unbeschädigte Pflanzenteile.

Tipp: Ernten sie in der Natur immer nur einen Teil der Pflanzen, die Sie gefunden haben, so tragen Sie zur Arterhaltung bei.

Wie werden Kräuter getrocknet?

Damit Ihre gesammelten Pflanzen zügig trocken werden, sollten Sie soweit dies möglich ist auf die Verwendung von Wasser verzichten. Spülen Sie nur kurz, wenn dies wirklich nötig ist. Anschließendes Trockentupfen ist unerlässlich. Sie können Ihre Teekräuter vor dem Trockenvorgang zerkleinern oder sie im Ganzen trocknen und später "rebbeln", also zwischen den Fingern reiben, damit sich die Blätter von den Stielen trennen. Für welche Trockenmethode Sie sich entscheiden hängt von den örtlichen Gegebenheiten, Ihren Vorlieben und dem Wetter ab.

Tipp: Trocknen und lagern Sie Ihre Kräuter einzeln und mischen Sie diese individuell, wenn Sie einen Tee zubereiten wollen.

Draußen an der Luft

HolunderblütenSoll draußen getrocknet werden, dann ist trockenes Wetter nötig. Bei hoher Luftfeuchtigkeit droht Schimmelgefahr. Ideal ist leichter Wind, er beschleunigt den Trockenvorgang. Pralle Sonne ist dagegen nicht zu empfehlen, dann verbrennen die zu trocknenden Pflanzen leicht, die wertvollen Inhaltsstoffe gehen verloren und das Aroma lässt nach. Binden Sie kleine Sträuße und hängen Sie diese an einen luftigen, warmen und schattigen Platz. Nach wenigen Tagen sollten Ihre Teekräuter getrocknet sein.

In der Wohnung

Die Küche ist in der Regel wenig für die Trocknung von Kräutern geeignet. Die Luftfeuchtigkeit ist meistens höher als in anderen Räumen. Außerdem ist die Trockenzeit oft länger als draußen. Achten Sie auf eine ausreichende Lüftung des Trockenraums und kontrollieren Sie das Trockengut regelmäßig auf Feuchtigkeit. Bei der

Liegendtrocknung ist tägliches Wenden erforderlich.

Im Ofen

Bei einer Trocknung im Backofen sollten Sie besonders sorgfältig vorgehen, sonst verbrennen die zarten Kräuterpflanzen schnell. Sie sollten Ihren Backofen dafür sehr gut kennen. Stellen Sie die Temperatur auf die niedrigste Stufe ein. Legen Sie die Teekräuter auf ein Backblech, das Sie zuvor mit Backpapier ausgelegt haben. Schieben Sie das Blech in den Ofen und lassen Sie die Tür ein wenig offen stehen. Wenden Sie das Trockengut sehr häufig und nehmen Sie bereits getrocknete Pflanzenteile unverzüglich aus dem Backofen.

Im Dörrautomaten

Beim Dörren von Kräutern ist besondere Vorsicht geboten, denn sie verbrennen leicht. Halten Sie die Temperatur unbedingt niedrig, mehr als 40 °C sind nicht zu empfehlen. Die Trockenzeit liegt dann bei etwa zwei bis vier Stunden. Idealerweise können Sie die Temperatur bei Ihrem Dörrautomaten einstellen. Trotzdem ist eine regelmäßige Kontrolle sehr zu empfehlen.

Tipp: Gelegentlich wird das Trocknen von Pflanzen mit Silikongel oder Katzenstreu empfohlen. Auf diese Weise getrocknete Pflanzenteile sind jedoch nicht zum Verzehr oder für die Teezubereitung geeignet.

Wie werden getrocknete Teekräuter aufbewahrt?

Kühl, trocken und dunkel aufbewahrt sind Teekräuter einige Monate haltbar. So können Sie sich den ganzen Winter über frischen Tee kochen. Dafür müssen Kräuter aber unbedingt vollständig trocken sein. Ideal sind dunkle Schraubgläser für die Aufbewahrung. Sie halten Licht und Luftfeuchtigkeit fern. Trotzdem sollten Sie Ihre Teekräuter regelmäßig kontrollieren und bei den ersten Anzeichen von Feuchtigkeit besser entsorgen.