Obstbäume richtig düngen

In einer ursprünglichen Multikultur benötigen Obstbäume weniger Dünger als beim gezielten AnbauZu den unterschiedlichen Arbeiten, die in einem Obst- und Gemüsegarten anfallen, zählt auch das Düngen der Obstbäume. Da heute in vielen Gärten eine Monokultur herrscht und wesentlich mehr neu angelegte als alte und gewachsene Gärten vorhanden sind, ist das auch notwendig. Durch Düngung der Obstbäume wird jedoch nicht nur der Ertrag gesteigert, auch die Gesundheit des Baumes wird gefördert.

Wer einen Garten besitzt und dort gerne Obst anbauen möchte, kann dies anhand seiner

Möglichkeiten in vielfacher Hinsicht machen. Obstbäume brauchen je nach Sorte viel Platz, Baumschulen haben kleinwüchsige Bäume kultiviert, die auch in einem kleinen Reihenhausgarten Platz haben. Es wäre aber falsch anzunehmen, dass nur die alten Obstsorten gut sind und alle Neuzüchtungen schlecht. Alternativ dazu ist Spalierobst schon seit vielen Jahren beliebt. Wenn die Obstbäume nach einigen Jahren gut eingelebt sind, machen sie kaum noch Arbeit. Ein jährlicher Rückschnitt und die Düngung gehören neben der Ernte zu den einzigen regelmäßigen Arbeiten für den Besitzer.

Wann und womit werden Obstbäume gedüngt?

Bereits seit längerem im Garten stehende Obstbäume werden am besten alle zwei Jahre gedüngt. Das Frühjahr ist dafür genau der richtige Zeitpunkt und das sind die Düngemittel, die dazu sehr gut geeignet sind:
  • Natürlicher Mist
Pferdemist, Schafmist oder Rindermist können für die Düngung von Obstbäumen verwendet werden. Er sollte jedoch auf jeden Fall gut verrottet und schon eine Weile gelagert worden sein. Bei zu frischem Mist würde das Wachstum der Triebe zu stark anregen, was zulasten der Fruchtbildung gehen würde. Außerdem kann frischer Mist die Bäume anfälliger für Krankheiten machen. Pferdemist muss nicht mehr ausschließlich beim Stallbesitzer abgeholt werden, er kann auch in pelletierter Form gekauft werden, was nicht nur wesentlich anwenderfreundlicher, sondern auch geruchsloser ist. Er kann als Grunddünger oder Universaldünger an die Pflanzen und Bäume gegeben werden.
  • Kompost
Reifer Kompost ist ebenfalls sehr gut dazu geeignet, als Dünger für die Obstbäume verwendet zu werden. Er kann mit Stickstoffdünger vermengt werden, wie er durch Hornspäne oder Hornmehl angeboten wird. Bei Steinobstbäumen reichen ca. 100-140g pro Baum, bei Kernobst 70-100g pro Baum. Der Kaliumgehalt kann mit Holzasche erhöht werden, zusätzliche Spurenelemente kommen durch Gesteinsmehl oder Algenkalk in den Kompost.

Tipp: Im Abstand von ca. 4 Jahren eine Bodenprobe analysieren lassen und den Dünger anpassen!

Mist und Kompost bilden die natürliche Alternative zu chemischen Düngern Das richtige Handwerkszeug zum Düngen

Ein spezielles Werkzeug ist für die Düngung von Obstbäumen nicht notwendig. Die meisten hilfreichen Arbeitsgeräte hat jeder Hobbygärtner in seinem Schuppen. Das ist eine Gießkanne für das anschließende Wässern, eine Grabegabel, ein Blumenzwiebelpflanzer oder ein Rasenlüfter. Auch eine Schubkarre kann sehr hilfreich sein, damit der Dünger für den Obstbaum in Form von Mist, Kompost
oder Pellets bequem an Ort und Stelle gebracht werden kann.

Wie werden Obstbäume gedüngt?

Unter jedem Baum ist ein sogenannter Wurzelteller vorhanden, der das Wurzelsystem des Baumes beinhaltet. Er hat ungefähr die Größe der Baumkrone, in diesem Bereich sind die starken Wurzeln, außerhalb dieses Bereichs befinden sich die feinen

Wurzeln, für die Wasser- und Nährstoffaufnahme. Wenn der Obstbaum in einer Wiese steht, hat er in der Regel keine offene Baumscheibe. In diesem Fall wird der Dünger jedoch nicht einfach auf die Grasfläche gestreut, sondern im Bereich der Kronentraufe durch einarbeiten in den Boden gebracht. Dazu müssen in regelmäßigen Abständen Löcher in den Boden gestochen werden, in die der Dünger eingearbeitet wird. Tipp: Um die Löcher für den Dünger in den Boden zu stechen Zwiebelpflanzer benutzen.

Eventuell muss jedes dieser Löcher mit Wasser eingeschlämmt werden, um die Nährstoffe optimal zu verteilen. Da solche Obstbaumwiesen heute nur noch als sehr alte Wiesen vorhanden sind, sollte bei der Neupflanzung von Obstbäumen eine offene Baumscheibe hergestellt werden. Als Neuanlage sind sie wenig zu empfehlen, da die Gräser für die jungen Bäume eine Konkurrenz darstellen. Sie entziehen den jungen Bäumen nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe und fördern die Besiedelung mit Mäusen.

Da Obstbäume im modernen Hausgarten meistens in einem Beet stehen, stehen sie dort in den meisten Fällen mit einer freien Baumscheibe. In diesem Fall wird der Dünger dünn im Kreis um den Stamm des Baumes aufgestreut und mit einer Harke oder einem Rechen eingearbeitet. Die gleiche Fläche sollte mit einer Mulchschicht geschützt werden. Sie sollte jedoch nicht aus frischem Holzhäcksel bestehen, sondern nur aus abgelagertem. Frisches Holz als Mulchmaterial verbraucht bei der Verrottung Stickstoff und würde diesen dem Baum aus dem Dünger entziehen.

Bei der Neupflanzung des Baums wird das ausgehobene Erdreich mit dem ausgewählten Dünger vermischt und anschließend wieder über die Wurzeln gefüllt. Für die nächsten Jahre reicht dann eine Gabe von Dünger im April.

Folgen von Überdüngung

Ein Hausbesitzer sollte aus seinem Obstbaum keinen „Turbobaum“ machen wollen, nur um möglichst viele Erträge zu erzielen. Wer so gegen die Natur arbeitet, muss auch mit Nachteilen rechnen. Vor allem die Gabe von Stickstoffdünger sollte nur mäßig erfolgen, denn gerade dabei sind die Folgen der Überdüngung deutlich zu spüren:
  • Viele Dünger können dem Obstbaum beim Gießen zugeführt werden Triebe wachsen zu stark und die Blüten und Früchte bilden sich zurück
  • die Anfälligkeit für Krankheiten durch Pilze oder Schädlinge steigt, weil Blätter und Früchte zu weich bleiben
  • unausgereiftes Holz wird öfter von Frost geschädigt
  • die Nährstoffe reichern sich im Boden an und führen dort zu einem Missverhältnis
Wissenswertes zur Obstbaumdüngung in Kürze

Grundsätzlich sollte man Obstbäume nur in geringem Umfang mit Stickstoff versorgen, denn es gibt eine ganze Reihe von negativen Folgen, wenn man es mit dem Stickstoff übertreibt:
  • So kann es zu einem zu starken Triebwachstum kommen, bei dem gleichzeitig die Blüten- und Fruchtbildung zurückgeht.
  • Außerdem werden die Obstbäume gegenüber tierischen Schaderregern und Pilzen anfälliger. Dies ist darin begründet, da durch zu viel Stickstoff die Triebe, Blätter und auch die Früchte weich bleiben.
Neu gepflanzte Obstbäume und auch Beerensträucher düngt man am besten, indem man in ein möglichst großzügiges Pflanzloch verrotteten Stallmist, Kompost und Pflanzerde miteinander vermischt. Dabei sollten die Abstände zwischen den Wurzeln und dem Rand des Pflanzlochs sehr gut ausgefüllt sein. So liefert man der Pflanze den Nährstoffbedarf, den sie wirklich benötigt und das aus gesunden organischen Quellen.
  • In den ersten drei bis vier Jahren sollte man zudem jedes Jahr rund zehn Gramm Blaukorn streuen, wobei der April die beste Zeit für die Düngung ist.
  • Damit Unkräuter keine Chance haben, sollte die Baumscheibe den ganzen Sommer über mit organischem Material gemulcht werden.
  • Achtung aber ab September: Dann nutzen Wühlmäuse den Mulch als Schutz und machen sich vor allem an jungen Bäumen zu schaffen.
  • Zudem kann man auch reifen Kompost zur Düngung von Obstbäumen verwenden. In den ersten Standjahren reichen hier ein bis 1,5 Liter pro Jahr völlig aus. Durch den Kompost bekommt der Baum bzw. Strauch die Menge an Phosphor und Kalium, die er benötigt.
Ältere Obstbäume stehen oftmals ohne Baumscheibe im Rasen. Hierbei muss man wissen, dass die Gräser dem Baum Nährstoffe und Wasser entziehen, sodass hier Baumscheiben von einem Meter Durchmesser mit einer Mulchabdeckung im Sommer sehr sinnvoll sind. Hier sollte man dann bei Beerenobst jedes Jahr zwei Liter Kompost auf die Baumscheibe geben. Handelt es sich um Kern- und Steinobst, dann sind vier Liter ausreichend.