Beim Hausanschluss Geld sparen, den Garten beleuchten oder den Saunaofen ans Stromnetz anschließen? Es gibt viele Gründe, um ein Erdkabel zu verlegen. Bei dieser Arbeit müssen jedoch abhängig von der Art der Anschlüsse und der Stromstärke bestimmte Verlegetiefen und Verbindungen berücksichtigt werden. Worauf es im jeweiligen Fall ankommt, verraten wir hier Schritt für Schritt.

Hausanschluss

Beim Bau des Eigenheims kann der Hausanschluss anteilig selbst verlegt werden, um Kosten zu sparen. Bei der Verlegung der Kabel kann wie folgt vorgegangen werden:

1. Art des Anschlusses und der Kabel müssen von einem Elektriker festgelegt werden. Dieser nimmt auch

den Anschluss selbst vor und kann Informationen zur Verlegeart und -tiefe geben.

2. Der Graben kann selbst ausgenommen werden. Für die Kabel reicht in der Regel eine Tiefe von 60 bis 80 Zentimetern aus. Steine, Wurzeln und andere größere Fremdkörper müssen entfernt werden, um Schäden durch sie zu vermeiden.

3. Der Graben wird mit einer zehn Zentimeter tiefen Sandschicht versehen.

4. Je nach Kabel und Empfehlung kann das Kabel nun durch ein Kabelschutzrohr geführt oder direkt auf den Sand gelegt werden.

5. Fällt die Wahl auf eine Kabelabdeckhaube anstelle auf ein Kabelschutzrohr, wird die Haube über das Kabel gelegt und leicht in den Sand gedrückt. Die Abdeckung kann aus Ton oder PVC bestehen.

6. Auf Abdeckung oder Rohr wird eine "Warnung" angebracht. Hierbei kann es sich um ein rot-weiß-gestreiftes Baustellenband oder ein gelbes PVC-Band mit der Aufschrift "Erdkabel" handeln. Wichtig ist, dass es beim Graben sofort ersichtlich wird und somit das Risiko für Beschädigungen reduziert wird.

7. Über das Schutzrohr beziehungsweise die Abdeckung kommt eine weitere Sandschicht, die wiederum etwa zehn Zentimeter dick sein sollte. Danach kann der Graben mit Erde gefüllt werden.

Auch bei dem eigenhändigen Ausheben des Grabens und Verlegens des Kabels werden oftmals entsprechende Pauschalen fällig. Die Kosten belaufen sich in der Regel auf einige hundert Euro. Ein vorheriger Kostenvergleich kann Aufschluss bringen, ob sich die Eigenleistung wirklich preislich lohnt.

Zum Ausheben des Grabens müssen beispielsweise nicht nur die entsprechenden Arbeitsstunden, sondern auch das Mieten eines Minibaggers eingeplant werden. Dennoch fallen trotz der Eigenleistung Pauschalen an. Gerade bei größeren Grabenlängen kann es gegebenenfalls nur unmerklich günstiger oder ähnlich preisintensiv sein, selbst zur Tat zu schreiben.

Niedervolttechnik

Für das Licht im Garten oder de Pumpe im Teich muss nicht zwingend viel Aufwand betrieben werden. Hier
reicht die sogenannte Niedervolttechnik aus. Ein entsprechender Transformator wird im Haus oder der Garage untergebracht und von hier aus eine Leitung zum Zielort verlegt. Die Kabel können direkt unter der Erde verlegt werden. Es muss lediglich dafür gesorgt werden, dass sie beim Umgraben des Gartens nicht im Weg liegen beziehungsweise vor Schäden geschützt sind. Wiederum können Kabelabdeckhauben oder alternativ ein Kabelschutzrohr sinnvoll sein.

Die Vorteile der Niedervolttechnik liegen zum einen in der geringen Gefahr und zum anderen in dem geringen Aufwand bei der Verlegung. Da nur wenig Strom durch die Kabel fließt, zeigen sie sich ungefährlicher. Durch die geringe Verlegetiefe hält sich der Aufwand auch bei längeren Verlegestrecken in engen Grenzen. Das grundsätzliche Vorgehen unterscheidet sich jedoch nicht maßgeblich von der obig beschriebenen Schrittfolge.
Das heißt:

1. Graben ausheben und Fremdkörper wie Steine und Wurzeln entfernen.

2. Den Graben möglichst mit einer Sandschicht auskleiden.

3. Kabel im Kabelschutzrohr unterbringen oder nach dem Verlegen eine Kabelabdeckung aufbringen.

4. Die Abdeckung mit einer Markierung versehen und mit Sand abdecken.

5. Den Graben mit Erde auffüllen und die Erdauflage leicht verdichten.

Tipp: Für das zukünftige Umgraben oder andere Eingriffe im Garten kann es helfen, die Lage beziehungsweise den Verlauf des Erdkabels auf einem Plan einzuzeichnen.

Kabel im Garten

ElektrokabelFür Gartensteckdosen oder den Betrieb größerer Geräte, wie beispielsweise einen Saunaofen, reicht die Niedervolttechnik nicht aus. Hier müssen reguläre Kabel wie auch beim Hausanschluss verlegt werden.
Das Vorgehen gestaltet sich dabei wiederum wie bei der Verlegung des Erdkabels für den Hausanschluss. Das betrifft auch die Verlegetiefe und die Beratung durch einen Elektriker.

Richtige Kabel, Anschlüsse und Verbindungen

Wenn geplant wird, ein Kabel unter der Erde langzuführen, müssen generell einige Faktoren berücksichtigt werden.
Dazu gehören:

1. Anschlüsse und Beratung vom Profi
Ein Elektriker nimmt den Anschluss am Sicherungskasten vor und baut einen Fehlerstromschutzschalter ein. Zudem kann er darüber beraten, welche Kabelart verwendet werden kann und wie die Tiefe der Verlegung ausfallen sollte. Er informiert also zusätzlich über geltende Vorschriften.

2. Kabelart
Für den Außenbereich und die Verlegung unter der Erde kommt nicht jedes Kabel in Frage.
Geeignet sind NYY-J, NYCWY oder NAYY Kabel, da sie eine spezielle Ummantelung aufweisen.

3. Verbindungen
Einfache Kupplungen, die lediglich gegen Spritzwasser geschützt sind, reichen für die Kabelführung unter der Erde nicht aus. Es müssen zwingend wassergeschützte Steckverbindungen verwendet werden. Weitere Anschlüsse und Verbindungen, beispielsweise zu einer Gartensteckdose, werden am besten von einem Elektriker vorgenommen.

Vorsichtsmaßnahmen

Es ist selbsterklärend, dass bei dem Hantieren mit den Kabeln kein Strom durch sie fließen sollte. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass die Kabel nicht beschädigt werden.
Hinzu kommt noch, dass die Beratung und gegebenenfalls auch einige Aufgaben von einem Elektriker durchgeführt werden sollten. Das verhindert, dass es hierbei zu folgenschweren Fehlern kommt.

Kosten für Kabel

Die Kosten für Kabel beginnen bereits bei einem Euro pro laufenden Meter. Je dicker das Kabel, desto höher die Preise. Im Normalfall bleiben sie pro Meter aber im einstelligen Euro-Bereich.
Für die Anschlüsse und Beratung durch den Elektriker werden wenigstens 100 Euro fällig. Für Gartensteckdosen muss mit 40 Euro pro Stück gerechnet werden. Kabelrohre und Abdeckungen sind bereits ab etwas über einem Euro pro laufendem Meter erhältlich.